Kurz gesagt: Zum Vermögen von Knossi gibt es keine belegten Angaben. Dokumentiert sind seine Einnahmequellen: Livestreams mit Abonnements und Spenden, Werbepartnerschaften, Fernsehauftritte und eigene Formate.
Bei Streamern ist die Einnahmestruktur besser nachvollziehbar als bei den meisten Prominenten – die Höhe bleibt trotzdem unbekannt.
Wer er ist
Knossi, bürgerlich Jens Knossalla, wurde zunächst über Pokersendungen im Fernsehen bekannt und baute später eine der größten deutschsprachigen Streaming-Reichweiten auf.
Besondere Aufmerksamkeit brachten mehrtägige Live-Formate wie das gemeinsam mit Sido veranstaltete Angelcamp, das über Stunden hunderttausende gleichzeitige Zuschauer erreichte.
Wie Streamer verdienen
Abonnements. Zuschauer zahlen einen monatlichen Betrag; die Plattform behält einen Anteil, üblich ist eine Teilung im Bereich von der Hälfte bis zu einem Drittel zulasten der Plattform.
Spenden. Direkt an den Streamer, meist ohne Plattformanteil.
Werbung im Stream. Vergütet nach Einblendungen.
Sponsoring. Für Reichweiten dieser Größe der ertragreichste Posten – Verträge mit Marken für Nennungen, Formate oder ganze Kampagnen.
Fernsehen und Bühne. Auftritte in Shows, Moderationen, Live-Events.
Warum kursierende Vermögenszahlen unzuverlässig sind
In Deutschland gibt es keine Pflicht, Privatvermögen offenzulegen. Es existiert keine Vermögensteuer und damit auch keine amtliche Statistik über einzelne Personen.
Die Zahlen, die auf Portalen kursieren, stammen fast nie aus einer belegbaren Quelle. Häufig schreiben sie sich gegenseitig ab, rechnen aus Umsatz auf Vermögen hoch oder übernehmen alte Schätzungen. Verlässlich sind nur veröffentlichte Jahresabschlüsse eigener Firmen im Bundesanzeiger – und die zeigen das Unternehmen, nicht die Person.
Warum Reichweite nicht gleich Vermögen ist
Große Formate kosten Geld: Technik, Team, Produktion, Location. Von den Einnahmen bleibt nach Kosten, Agentur und Steuern deutlich weniger übrig, als Zuschauerzahlen vermuten lassen.
Wer ein Unternehmen führt, veröffentlicht ab bestimmten Größen einen Jahresabschluss im Bundesanzeiger. Dort steht die Firma – nicht das Privatvermögen.
Wie Reichweite zu Geld wird
Einnahmen entstehen bei Streamern aus mehreren Quellen: Abonnements auf der Plattform, Spenden der Zuschauer, Werbeeinblendungen, Sponsorenverträge, eigene Produkte und Auftritte außerhalb des Internets. Keine dieser Quellen ist öffentlich einsehbar. Alle unterliegen individuellen Verträgen.
Bei Abonnements behält die Plattform einen erheblichen Anteil, der je nach Vertrag zwischen Hälfte und einem Drittel liegen kann. Bekannte Kanäle handeln bessere Konditionen aus. Diese Verträge sind vertraulich.
Werbeerlöse hängen von Sichtkontakten und Zielgruppe ab und schwanken stark nach Jahreszeit. Im vierten Quartal sind sie deutlich höher als im Sommer. Deshalb sind Hochrechnungen aus einzelnen Monaten unbrauchbar.
Sponsoring und eigene Produkte
Der größte Teil der Einnahmen stammt bei vielen Kanälen aus Kooperationen mit Marken, die einzeln verhandelt werden. Vergütet wird nach Reichweite, Format und Exklusivität. Werbung muss dabei erkennbar gekennzeichnet sein.
Eigene Produkte, von Kleidung bis zu Lebensmitteln, bringen höhere Margen, erfordern aber Vorfinanzierung, Lager und Rücksendungsabwicklung. Viele Kanäle arbeiten deshalb mit Partnern, die das übernehmen. Der Anteil, der beim Kanal bleibt, ist entsprechend geringer.
Beteiligungen an Unternehmen sind, sofern es sich um Kapitalgesellschaften handelt, im Handelsregister eingetragen. Das ist eine der wenigen öffentlich prüfbaren Spuren. Über Umsätze sagt ein Eintrag allerdings nichts.
Warum Reichweite nicht Vermögen ist
Aus Zuschauerzahlen lassen sich keine Einnahmen ableiten, weil die Vergütung je Kontakt stark schwankt und Verträge unbekannt sind. Zwei Kanäle mit gleicher Reichweite können sehr unterschiedlich verdienen. Genau diesen Schritt überspringen die kursierenden Schätzungen.
Hinzu kommt, dass Einnahmen keine Vermögenswerte sind. Von jedem Euro gehen Steuern, Personal, Technik, Miete und Beratung ab. Bei größeren Produktionen sind die Kosten erheblich.
Wer ein Team beschäftigt, trägt Fixkosten, die unabhängig von der Reichweite anfallen. Ein Einbruch der Zuschauerzahlen wirkt deshalb doppelt. Diese Struktur unterscheidet professionelle Kanäle von Nebenerwerb.
Steuern und Rechtsform
Einnahmen aus solchen Tätigkeiten sind in Deutschland regelmäßig gewerblich und unterliegen Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Ab bestimmten Umsatzgrenzen kommt die Umsatzsteuer hinzu. Viele Kanäle werden deshalb als Gesellschaft geführt.
Bei einer Kapitalgesellschaft fallen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf Unternehmensebene an, bei Ausschüttungen zusätzlich Kapitalertragsteuer. Die Gesamtbelastung ist erheblich. Sie fehlt in jeder Bruttoangabe.
Jahresabschlüsse offenlegungspflichtiger Gesellschaften sind im Unternehmensregister einsehbar. Kleine Gesellschaften müssen nur verkürzte Angaben veröffentlichen. Rückschlüsse auf Privatvermögen erlauben sie nicht.
Wie unsicher das Geschäft ist
Plattformen ändern ihre Auszahlungsmodelle regelmäßig und ohne Zustimmung der Kanäle. Eine Änderung der Vergütungsregeln kann Einnahmen über Nacht verschieben. Diese Abhängigkeit ist das größte Risiko des Geschäftsmodells.
Hinzu kommt die Abhängigkeit von der eigenen Person: Krankheit oder Pause bedeuten unmittelbar sinkende Reichweite. Anders als bei Unternehmen mit Produkten lässt sich das schwer ersetzen. Viele bauen deshalb zweite Standbeine auf.
Auch die Aufmerksamkeit des Publikums verschiebt sich schnell zwischen Plattformen und Formaten. Kanäle, die vor zehn Jahren führend waren, spielen heute keine Rolle mehr. Langfristige Hochrechnungen sind deshalb besonders fragwürdig.
Was man selbst prüfen kann
Öffentlich zugänglich sind Handelsregistereinträge, Impressumsangaben und Jahresabschlüsse offenlegungspflichtiger Gesellschaften. Daraus lassen sich Beteiligungen und teilweise Größenordnungen ableiten. Mehr gibt die Quellenlage nicht her.
Angaben in Interviews sind zurechenbar, aber nicht überprüfbar. Sie sollten entsprechend gekennzeichnet werden. Als Beleg für eine konkrete Summe taugen sie nicht.
Alles andere sind Schätzungen ohne Grundlage. Erkennbar sind sie an runden Beträgen und fehlender Quellenangabe. Diese Prüfung dauert wenige Sekunden.
Wie sich die Branche professionalisiert hat
Aus einem Nebenerwerb ist in wenigen Jahren eine Branche mit Agenturen, Produktionsfirmen und Vermarktern geworden. Bekannte Kanäle beschäftigen Redaktion, Technik und Management. Damit ähneln sie klassischen Fernsehproduktionen.
Für die Vermarktung bedeutet das feste Mediadaten, Reichweitennachweise und Preislisten wie im übrigen Werbemarkt. Agenturen buchen dort nach denselben Kriterien wie bei Fernsehen und Print. Der Markt ist damit vergleichbar geworden.
Gleichzeitig steigen die Kosten, weil Personal und Technik bezahlt werden müssen. Der Abstand zwischen Umsatz und Gewinn wächst dadurch. Genau das bleibt in Schätzungen unberücksichtigt.
Häufige Fragen
Verdient man mit Streaming wirklich so viel?
An der Spitze ja, aber die Verteilung ist extrem ungleich. Der weit überwiegende Teil der Streamer erreicht kein Einkommen, von dem man leben kann.
Gibt es offizielle Angaben zu seinem Vermögen?
Nein.
Was ist die wichtigste Einnahmequelle?
Bei dieser Größenordnung in der Regel Sponsoring, nicht Abonnements.
Woraus bestehen die Einnahmen?
Aus Abos, Werbung, Sponsoring und eigenen Produkten.
Lässt sich aus Reichweite auf Einnahmen schließen?
Nein, die Vergütung schwankt zu stark.
Was ist öffentlich einsehbar?
Handelsregister und Jahresabschlüsse von Gesellschaften.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Frederic von Anhalt Vermögen: Was tatsächlich belegt ist
- David Guetta Vermögen: Wie DJs verdienen und was belegt ist
- Céline Dion Vermögen: Einnahmen und was belegt ist
Geschrieben von Bella, Redaktion vermögensatlas.de — sie schreibt hier über Vermögen, Einkommen und Zahlen dahinter.
