Deka Vermögensverwaltung: Ablauf, Varianten, Kosten

Kurz gesagt: Bei einer Vermögensverwaltung übergibt man die Anlageentscheidungen an die Bank. Die Deka – das Wertpapierhaus der Sparkassen – bietet das in mehreren Varianten an, vermittelt über die eigene Sparkasse. Vergütet wird das über eine laufende Gebühr, nicht über Einzelprovisionen.

Der Unterschied zur Anlageberatung ist grundlegend: Man wird nicht mehr gefragt.

Was Vermögensverwaltung bedeutet

Man legt zu Beginn eine Anlagestrategie fest – von sicherheitsorientiert bis chancenorientiert. Innerhalb dieses Rahmens trifft die Verwaltung die Entscheidungen selbst.

Rechtlich ist das die Finanzportfolioverwaltung nach dem Wertpapierhandelsgesetz. Sie ist erlaubnispflichtig und steht unter Aufsicht der BaFin.

Anlageberatung dagegen heißt: Es wird empfohlen, entscheiden muss der Kunde. Beratungsfreies Geschäft heißt: Man entscheidet allein.

Die Varianten

Die Deka bietet Vermögensverwaltungen in verschiedenen Ausbaustufen an – von standardisierten Lösungen ab überschaubaren Anlagebeträgen bis zu individuell zugeschnittenen Mandaten im Private-Banking-Bereich.

Die Unterschiede liegen in der Mindestanlage, im Grad der Individualisierung und darin, ob überwiegend Fonds oder auch Einzeltitel eingesetzt werden.

Welche Variante angeboten wird, hängt von der Sparkasse ab. Sie ist Vermittler und Ansprechpartner.

Die Kosten

Es fällt eine laufende Gebühr an, meist als Prozentsatz des verwalteten Vermögens pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten der eingesetzten Fonds.

Der Punkt, auf den es ankommt: Bei Fondslösungen können zwei Ebenen Kosten verursachen – die Verwaltungsgebühr und die Kosten innerhalb der Fonds. Beides zusammen ist die maßgebliche Größe.

Nach den Vorgaben der europäischen Finanzmarktrichtlinie muss vor Vertragsschluss eine Kostenaufstellung ausgehändigt werden, die alle Posten in Euro und in Prozent zeigt. Diese Aufstellung ist das Dokument, nach dem man fragen sollte.

Für wen sie sich eignet

Dafür spricht: Man muss sich nicht kümmern, die Strategie wird überwacht und nachjustiert, es gibt einen festen Ansprechpartner vor Ort.

Dagegen spricht: Die laufenden Kosten liegen deutlich über denen eines selbst verwalteten Depots aus breit gestreuten Indexfonds. Über lange Zeiträume macht der Unterschied einen erheblichen Teil der Rendite aus.

Wer sich zutraut, ein einfaches Depot selbst zu führen, fährt günstiger. Wer das nicht will oder kann, zahlt für die Entlastung.

Wie sich die Deka einordnet

Die DekaBank ist das Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe und gehört den Sparkassen sowie den Landesbanken. Vertrieben werden ihre Produkte über die Sparkassen vor Ort. Wer dort ein Depot führt, begegnet ihr fast zwangsläufig.

Das Haus gehört gemessen am verwalteten Vermögen zu den größten Fondsanbietern in Deutschland. Neben Publikumsfonds betreibt es Geschäft mit institutionellen Anlegern und im Immobilienbereich. Die Vermögensverwaltung ist nur ein Teil davon.

Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Ansprechpartner ist die Sparkasse, Vertragspartner ist je nach Variante die Sparkasse oder die DekaBank. Wer eine Beschwerde hat, sollte wissen, an wen sie zu richten ist. Die Vertragsunterlagen nennen das ausdrücklich.

Der Unterschied zur Anlageberatung

Bei der Anlageberatung entscheidet die Kundin oder der Kunde nach einer Empfehlung selbst und erteilt jeden Auftrag einzeln. Bei der Vermögensverwaltung wird diese Entscheidung dauerhaft übertragen, das Haus handelt dann im Rahmen vereinbarter Anlagerichtlinien ohne Rückfrage. Aufsichtsrechtlich heißt das Finanzportfolioverwaltung.

Der Vorteil liegt in der Entlastung: Es muss niemand laufend Märkte beobachten oder Umschichtungen freigeben. Der Nachteil ist der Verlust an Einfluss auf einzelne Entscheidungen. Wer gern selbst auswählt, ist damit falsch beraten.

Die Anlagerichtlinien legen fest, welche Anlageklassen zulässig sind und in welchen Bandbreiten sie schwanken dürfen. Sie sind Vertragsbestandteil und sollten vor Abschluss gelesen werden. Änderungen bedürfen der Zustimmung.

Welche Unterlagen man erhält

Vor Abschluss steht ein Gespräch, in dem Anlageziele, Erfahrung, Risikobereitschaft und finanzielle Verhältnisse erhoben werden. Das ist nach dem Wertpapierhandelsrecht verpflichtend. Das Ergebnis wird schriftlich festgehalten.

Nach Abschluss gibt es regelmäßige Berichte über Zusammensetzung und Wertentwicklung, mindestens vierteljährlich. Zusätzlich muss jährlich eine Aufstellung aller Kosten in Euro und in Prozent zugehen. Diese Pflicht folgt aus den europäischen Vorgaben für Wertpapierdienstleistungen.

Diese jährliche Kostenaufstellung ist das wichtigste Dokument für den Vergleich. Sie zeigt, was tatsächlich abgeflossen ist, einschließlich der Kosten in den enthaltenen Fonds. Wer sie nicht erhält, sollte sie anfordern.

Wie sich Kosten vergleichen lassen

Zu unterscheiden sind das Verwaltungsentgelt für die Vermögensverwaltung selbst und die laufenden Kosten der enthaltenen Fonds. Beide zusammen ergeben die tatsächliche Belastung. Nur die Summe ist für einen Vergleich brauchbar.

Hinzu kommen je nach Ausgestaltung Depotentgelte und Transaktionskosten. Manche Angebote fassen alles in einer Pauschale zusammen, andere rechnen einzeln ab. Ein Vergleich gelingt deshalb nur über die Gesamtkostenquote pro Jahr.

Ein Unterschied von einem Prozentpunkt pro Jahr wirkt klein, summiert sich über zwanzig Jahre aber erheblich. Genau deshalb lohnt der Blick auf diese Zahl. Sie steht in der jährlichen Aufstellung.

Welche Alternativen es gibt

Günstiger sind in der Regel digitale Vermögensverwaltungen, oft Robo-Advisor genannt, die überwiegend mit Indexfonds arbeiten. Noch günstiger ist ein selbst geführtes Depot mit ein oder zwei breit streuenden Indexfonds. Dafür braucht es allerdings Bereitschaft, sich einmal einzuarbeiten.

Wer Wert auf ein persönliches Gespräch vor Ort legt, findet das bei Direktanbietern nicht. Das ist der eigentliche Unterschied. Er hat seinen Preis.

Dieser Text ist keine Anlageberatung, sondern eine Beschreibung allgemeiner Zusammenhänge. Für die eigene Situation ist eine unabhängige Beratung sinnvoll. Verbraucherzentralen bieten sie gegen Gebühr an.

Wie man wieder aussteigt

Vermögensverwaltungsverträge sind in der Regel ohne feste Laufzeit und mit kurzer Frist kündbar. Die Wertpapiere lassen sich anschließend im eigenen Depot behalten oder verkaufen. Ein Übertrag zu einer anderen Bank ist kostenfrei möglich.

Beim Verkauf fallen gegebenenfalls Steuern auf angefallene Gewinne an. Ein reiner Depotübertrag löst dagegen keine Steuer aus. Diesen Unterschied sollte man vor der Kündigung bedenken.

Häufige Fragen

Ab welchem Betrag ist das möglich?

Je nach Variante unterschiedlich. Die Sparkasse nennt die aktuellen Mindestanlagen.

Kann ich jederzeit kündigen?

Vermögensverwaltungsverträge sind in der Regel ohne lange Frist kündbar. Maßgeblich ist der Vertrag.

Wie sehe ich, was mit meinem Geld passiert?

Über die regelmäßigen Berichte und das Kundenportal Deka Vermögen Online.

Ist das Geld sicher?

Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören dem Anleger, auch bei einer Insolvenz der Bank. Kursrisiken bleiben davon unberührt.

Quellen

Das passt dazu

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Geschrieben von Bella, Redaktion vermögensatlas.de — sie schreibt hier über Vermögen, Einkommen und Zahlen dahinter.


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