Wie hoch sind Maklergebühren: Fakten, Hintergründe und Tipps im Überblick

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Beim Immobilienkauf liegt die Maklerprovision je nach Bundesland meist zwischen 4,5 und knapp 6 Prozent des Kaufpreises, aufgeteilt zwischen Käufer und Verkäufer. Bei der Vermietung von Wohnraum zahlt seit 2015 in der Regel der Vermieter, weil er den Makler beauftragt. Wie hoch die Gebühr im Einzelfall ausfällt, hängt stark vom Bundesland und der Art des Geschäfts ab. Wer den Unterschied zwischen Kauf und Miete kennt, kann unzulässige Forderungen schneller erkennen und im Zweifel gezielt widersprechen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Immobilienkauf teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision seit 2020 grundsätzlich hälftig
  • Die Provisionshöhe variiert je nach Bundesland zwischen etwa 4,5 und 6 Prozent
  • Bei Mietwohnungen zahlt seit 2015 in der Regel der Vermieter den Makler
  • Für unbebaute Grundstücke und Gewerbeimmobilien gelten die Sonderregeln nicht

Maklerprovision beim Immobilienkauf: Übliche Höhe

Beim Kauf einer Immobilie ist die Maklerprovision gesetzlich nicht auf einen festen Prozentsatz festgelegt. Sie fällt regional unterschiedlich aus und bleibt grundsätzlich verhandelbar. In Baden-Württemberg lag sie beispielsweise bei rund 4,5 Prozent des Kaufpreises, in Hessen bei etwa 5,95 Prozent. Die tatsächliche Höhe schwankt zwischen den Bundesländern, weil sich die üblichen Sätze historisch regional unterschiedlich entwickelt haben. Käufer sollten die genaue Höhe deshalb immer beim jeweiligen Makler oder in der Kaufpreisverhandlung erfragen, statt sich auf bundesweite Pauschalwerte zu verlassen.

Die hälftige Teilung seit 2020

Seit 2020 gilt nach § 656c BGB ein wichtiger Grundsatz für den Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern. Beauftragt der Makler beide Parteien, Käufer und Verkäufer, mit einer Provision, müssen sich beide Seiten in gleicher Höhe daran beteiligen. Verzichtet der Makler gegenüber einer Partei auf sein Honorar, darf er auch von der anderen Partei keine Provision mehr verlangen. Diese Regel senkt vor allem für Käufer die Erwerbsnebenkosten, weil vorher in einigen Bundesländern die gesamte Provision beim Käufer lag.

Kurzantwort: Beim Immobilienkauf teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision seit 2020 in der Regel hälftig, die Gesamthöhe liegt je nach Bundesland meist zwischen 4,5 und 6 Prozent.

Für welche Immobilien die 656c-Regel nicht gilt

Die hälftige Teilung nach § 656c BGB gilt ausdrücklich nicht für alle Immobiliengeschäfte. Ausgenommen sind unbebaute Grundstücke, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte. Bei diesen Geschäften bleibt die Verteilung der Maklerprovision weiterhin frei verhandelbar zwischen den Beteiligten, eine gesetzliche Vorgabe zur hälftigen Teilung besteht dort nicht. Wer ein solches Objekt kauft oder verkauft, sollte die Kostenverteilung deshalb vorab ausdrücklich im Maklervertrag festhalten.

Maklergebühren bei der Vermietung: Das Bestellerprinzip

Bei Mietwohnungen gilt seit dem 1. Juni 2015 das Bestellerprinzip nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz. Wer den Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Da in den meisten Fällen der Vermieter den Makler mit der Wohnungssuche beauftragt, trägt er auch die Provision. Der Wohnungssuchende darf nur dann zur Zahlung herangezogen werden, wenn er selbst und ausschließlich den Auftrag zur Wohnungssuche erteilt hat.

Kurzantwort: Bei Mietwohnungen zahlt seit 2015 grundsätzlich der Vermieter die Maklerprovision, weil er in aller Regel den Vermittlungsauftrag erteilt hat.

Was bei Verstößen gegen das Bestellerprinzip gilt

Vereinbarungen, die einen Wohnungssuchenden verpflichten, eine eigentlich vom Vermieter geschuldete Provision zu übernehmen, sind nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz unwirksam. Wer als Mieter trotzdem zur Kasse gebeten wird, obwohl der Vermieter den Makler beauftragt hat, kann die Zahlung zurückfordern. In der Praxis lohnt sich ein Blick in den Maklervertrag, um zu klären, wer den ursprünglichen Auftrag erteilt hat. Im Streitfall hilft zusätzlich der Verweis auf die eigene Mietervereinigung oder eine spezialisierte Rechtsberatung weiter.

Maklerkosten in der Praxis richtig einordnen

Vor der Unterschrift lohnt sich immer ein Vergleich der regional üblichen Sätze und ein Blick auf den vereinbarten Maklervertrag. Wer beim Immobilienkauf mit einer Provision von rund 3 bis 6 Prozent des Kaufpreises rechnet und diese in die Finanzierungsplanung einbezieht, vermeidet spätere Überraschungen. Bei der Miete lohnt sich vor allem die Prüfung, wer den Makler tatsächlich beauftragt hat, denn davon hängt die Zahlungspflicht direkt ab. Ein Blick in das Exposé oder die Anzeige zeigt oft schon, ob der Vermieter oder ein Dritter den Vermittlungsauftrag erteilt hat.

Fazit

Wie hoch Maklergebühren ausfallen, hängt stark von der Art des Geschäfts ab. Beim Kauf teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision seit 2020 meist hälftig, bei der Miete zahlt seit 2015 in der Regel der Vermieter. Wer die Regeln kennt, kann unzulässige Forderungen leichter erkennen und zurückweisen.

FAQ – Häufige Fragen

Wie hoch ist die Maklerprovision beim Hauskauf?

Sie liegt je nach Bundesland meist zwischen 4,5 und knapp 6 Prozent des Kaufpreises.

Wer zahlt die Maklerprovision beim Immobilienkauf?

Seit 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision bei Wohnungen und Einfamilienhäusern in der Regel hälftig.

Gilt die hälftige Teilung für alle Immobilien?

Nein, ausgenommen sind unbebaute Grundstücke, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeimmobilien.

Wer zahlt die Maklerprovision bei einer Mietwohnung?

Seit 2015 zahlt in der Regel der Vermieter, weil er üblicherweise den Vermittlungsauftrag erteilt.

Was ist das Bestellerprinzip?

Es besagt ganz einfach, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn tatsächlich beauftragt hat.

Darf der Vermieter die Provision auf den Mieter abwälzen?

Nein, entsprechende Vereinbarungen sind nach dem Wohnungsvermittlungsgesetz unwirksam.

Ist die Maklerprovision verhandelbar?

Ja, die Höhe ist gesetzlich nicht fest vorgeschrieben und kann zwischen den beteiligten Parteien im Einzelfall frei verhandelt werden.

Was tun bei einer unzulässigen Provisionsforderung als Mieter?

Die Zahlung kann in einem solchen Fall zurückgefordert werden, wenn tatsächlich der Vermieter den Makler beauftragt hatte.

Gibt es regionale Unterschiede bei der Provisionshöhe?

Ja, die üblichen Sätze unterscheiden sich je nach Bundesland teils deutlich.

Seit wann gilt die hälftige Teilung beim Kauf?

Die Regel gilt seit 2020 und wurde eingeführt, um die Erwerbsnebenkosten für Käufer spürbar zu senken.

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Quellen

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