Was verdient ein Elektriker? Gehalt nach Ausbildung, Erfahrung und Region

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ein Elektriker verdient in Deutschland im ersten Berufsjahr rund 2.940 Euro brutto im Monat. Nach zehn Jahren sind es laut Lohnspiegel etwa 3.490 Euro, nach 20 Jahren rund 3.740 Euro. Die Werte gelten für Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei 38 Wochenstunden. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind darin noch nicht enthalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einstieg: rund 2.940 Euro brutto im Monat.
  • Nach 10 Jahren: etwa 3.490 Euro brutto.
  • Mindestlohn im Elektrohandwerk 2026: 14,93 Euro pro Stunde.
  • Im Westen liegt das Gehalt rund 390 Euro höher als im Osten.

Was verdient ein Elektriker im Monat?

Der Begriff Elektriker ist umgangssprachlich. Der offizielle Ausbildungsberuf heißt heute meist Elektronikerin oder Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Die Plattform Lohnspiegel.de des gewerkschaftsnahen WSI hat für diesen Beruf Angaben von 2.264 Beschäftigten ausgewertet. Die Zahlen beziehen sich auf eine 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen.

Berufserfahrung Bruttogehalt pro Monat
1 Jahr ca. 2.940 Euro
10 Jahre ca. 3.490 Euro
20 Jahre ca. 3.740 Euro

Rechnerisch ergibt ein Monatsgehalt von 3.490 Euro bei 38 Wochenstunden einen Stundenlohn von gut 21 Euro. In den ersten fünf Jahren steigt das Gehalt laut Lohnspiegel um etwa 250 Euro.

Kurzantwort: Ein Elektriker verdient zum Einstieg rund 2.940 Euro brutto im Monat. Mit zehn Jahren Erfahrung sind es etwa 3.490 Euro.

Mindestlohn im Elektrohandwerk

Für das Elektrohandwerk gilt ein eigener Branchenmindestlohn. Er liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro. Seit 2016 müssen auch Betriebe ohne Tarifbindung diesen Lohn zahlen.

Jahr Mindestlohn pro Stunde
2025 14,41 Euro
2026 14,93 Euro
2027 15,49 Euro
2028 16,10 Euro

Bei 38 Wochenstunden entsprechen 14,93 Euro rund 2.450 Euro brutto im Monat. Das ist die Untergrenze. Die meisten Fachkräfte verdienen deutlich mehr.

Gehalt nach Region

Der Wohnort macht beim Gehalt einen großen Unterschied. Laut Lohnspiegel verdienen Elektriker im Westen im Schnitt 3.530 Euro. Im Osten sind es 3.140 Euro. Die Lücke beträgt also rund 390 Euro im Monat.

  • Baden-Württemberg: rund 3.760 Euro, Spitzenreiter.
  • Hamburg: rund 3.700 Euro.
  • Thüringen: rund 2.940 Euro, Schlusslicht.

Höhere Löhne in Süddeutschland gehen oft mit höheren Mieten einher. Netto bleibt deshalb nicht immer mehr übrig. Wie viel vom Brutto ankommt, zeigt das Beispiel 2.300 Euro brutto in Steuerklasse 1.

Gehalt nach Geschlecht

Auch im Elektrohandwerk gibt es eine Lohnlücke. Frauen verdienen laut Lohnspiegel im Schnitt 3.200 Euro, Männer 3.490 Euro. Die Differenz liegt bei 290 Euro im Monat. Frauen sind in dem Beruf allerdings deutlich seltener vertreten.

Was verdienen Auszubildende?

Die Ausbildung dauert in der Regel dreieinhalb Jahre. Die Vergütung hängt vom Bundesland und vom Tarifgebiet ab. Zwei Beispiele für das erste Lehrjahr 2025:

  • Baden-Württemberg: rund 1.267 Euro im Monat.
  • Nordrhein-Westfalen: rund 1.206 Euro im Monat.

Mit jedem Lehrjahr steigt die Vergütung. Nach der Gesellenprüfung folgt der Sprung auf das Einstiegsgehalt einer Fachkraft.

Kurzantwort: Azubis im Elektrohandwerk verdienen im ersten Lehrjahr je nach Region rund 1.200 bis 1.270 Euro im Monat.

Jahresgehalt: Beispielrechnung

Viele Stellenanzeigen nennen ein Jahresgehalt. Die Monatswerte aus dem Lohnspiegel lassen sich leicht hochrechnen. Sonderzahlungen kommen jeweils noch hinzu.

Berufserfahrung Monat brutto Jahr brutto (12 Gehälter)
1 Jahr 2.940 Euro 35.280 Euro
10 Jahre 3.490 Euro 41.880 Euro
20 Jahre 3.740 Euro 44.880 Euro

Zahlt ein Betrieb Urlaubs- und Weihnachtsgeld, steigt das Jahresgehalt entsprechend. Bei einem halben Monatsgehalt als Weihnachtsgeld wären es nach zehn Jahren zum Beispiel rund 43.600 Euro.

Typische Aufgaben im Beruf

Elektriker installieren Leitungen, Steckdosen und Schaltanlagen in Wohnungen, Büros und Fabriken. Sie prüfen Anlagen auf Sicherheit und suchen Fehler. Immer wichtiger werden Wärmepumpen, Solaranlagen und Ladestationen für E-Autos. Wer sich in diesen Feldern gut auskennt, hat gute Karten bei Gehaltsgesprächen.

So steigt das Gehalt

Es gibt mehrere Wege zu einem höheren Einkommen. Die wichtigsten Hebel im Überblick:

  • Tarifbindung: Betriebe mit Tarifvertrag zahlen meist besser und regelmäßiger.
  • Spezialisierung: Photovoltaik, Gebäudeautomation und Ladetechnik sind gefragt.
  • Weiterbildung: Meister oder Techniker übernehmen Führung und Planung.
  • Bereitschaftsdienste: Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit erhöhen das Monatseinkommen.
  • Industrie statt Handwerk: Große Industriebetriebe zahlen oft mehr als kleine Handwerksfirmen.

Zusätzlich lohnen Sonderzahlungen einen Blick. Das Weihnachtsgeld ist in den Lohnspiegel-Zahlen nicht enthalten. Auch die Fahrtkosten in der Steuererklärung können das Netto spürbar verbessern, gerade bei wechselnden Baustellen.

Selbstständig als Elektriker

Mit Meisterbrief dürfen Elektriker einen eigenen Betrieb eröffnen. Das Einkommen hängt dann von Auftragslage, Preisen und Kosten ab. Pauschale Zahlen sind kaum möglich. Wichtig sind die steuerlichen Pflichten. Einen Überblick bieten die Beiträge zu Steuern für Selbstständige und zur Frage, ab wann Gewerbesteuer fällig wird.

Fazit

Ein Elektriker verdient zum Einstieg rund 2.940 Euro brutto. Mit Erfahrung steigt das Gehalt auf 3.490 bis 3.740 Euro. Im Westen und in Baden-Württemberg liegen die Löhne am höchsten. Der Branchenmindestlohn von 14,93 Euro setzt 2026 die Untergrenze. Mit Spezialisierung, Tarifbindung und Meisterbrief lässt sich das Einkommen weiter steigern.

FAQ – Häufige Fragen

Was verdient ein Elektriker netto?

Das hängt von Steuerklasse und Sozialabgaben ab. Grob bleiben bei Steuerklasse 1 etwa zwei Drittel des Bruttos.

Was verdient ein Elektriker nach der Ausbildung?

Im ersten Berufsjahr rund 2.940 Euro brutto im Monat.

Wie hoch ist der Mindestlohn für Elektriker 2026?

Er liegt bei 14,93 Euro pro Stunde.

Wo verdienen Elektriker am meisten?

In Baden-Württemberg mit rund 3.760 Euro und in Hamburg mit rund 3.700 Euro.

Wo verdienen Elektriker am wenigsten?

In Thüringen mit rund 2.940 Euro im Monat.

Wie viel verdient ein Elektriker pro Stunde?

Bei 3.490 Euro und 38 Wochenstunden sind es rechnerisch gut 21 Euro.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektriker?

In der Regel dreieinhalb Jahre.

Was verdient ein Azubi im Elektrohandwerk?

Im ersten Lehrjahr je nach Bundesland rund 1.200 bis 1.270 Euro.

Verdienen Frauen als Elektrikerin weniger?

Laut Lohnspiegel im Schnitt ja, rund 290 Euro weniger im Monat.

Sind Urlaubs- und Weihnachtsgeld in den Zahlen enthalten?

Nein. Die Lohnspiegel-Werte zeigen das Grundgehalt ohne Sonderzahlungen.

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Hinweis: Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung.

Quellen

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