Wert von Zahngold berechnen: Preis, Formel und Beispiele

Veröffentlicht am 30.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Der Wert von Zahngold hängt von drei Größen ab: dem Gewicht, dem Goldanteil der Legierung und dem aktuellen Goldpreis. Bei einem Preis von rund 120 Euro je Gramm Feingold bringen 5 Gramm einer 75-prozentigen Legierung als Materialwert etwa 450 Euro. Händler zahlen davon meist einen Teil aus.

Kurzantwort: Zahngold ist je nach Legierung zwischen etwa 65 und 88 Prozent Gold. Den Wert berechnet man aus Gewicht mal Feingehalt mal Tagespreis, danach folgt der Abschlag des Ankäufers.

Das Wichtigste in Kürze

  • Goldanteil klassischer Dentallegierungen: etwa 65 bis 88 Prozent
  • Grundlage ist der Preis je Feinunze (31,1035 Gramm)
  • Händler zahlen oft 80 bis 95 Prozent des Materialwerts
  • Steuern fallen bei Altzahngold in der Regel nicht an

Zahngold Wert berechnen: die einfache Formel

Die Rechnung besteht aus drei Schritten. Zuerst wird der Zahnersatz gewogen. Danach wird das Gewicht mit dem Feingehalt der Legierung multipliziert. Zum Schluss kommt der Tagespreis je Gramm Feingold dazu.

Ein Beispiel zeigt den Ablauf. Eine Brücke wiegt 4 Gramm und besteht aus einer Legierung mit 75 Prozent Gold. Sie enthält also 3 Gramm Feingold. Bei 120 Euro je Gramm ergibt das einen Materialwert von 360 Euro.

Goldpreis heute: Woher die Zahlen kommen

Gold wird weltweit in US-Dollar je Feinunze gehandelt. Eine Feinunze entspricht 31,1034768 Gramm und bezieht sich laut Wikipedia nur auf den Edelmetallanteil. Ende September 2026 lag der Preis nach dem Wikipedia-Eintrag zum Goldpreis bei etwa 3.770 Euro je Feinunze. Das entspricht rund 121 Euro je Gramm.

Dieser Wert ändert sich täglich. Die Tabellen in diesem Text arbeiten deshalb mit 120 Euro je Gramm als Rechenbeispiel. Wer aktuell verkaufen möchte, setzt den Kurs des Verkaufstags ein.

Goldgehalt der Legierung: Was steckt im Zahnersatz?

Dentalgoldlegierungen bestehen aus Gold und weiteren Metallen wie Silber, Platin, Palladium, Kupfer und Zink. Laut Wikipedia reichen die Goldanteile gängiger Legierungen von 65,5 bis 87,5 Prozent. Die Norm DIN EN ISO 1562 gilt für Goldgusslegierungen mit mehr als 75 Prozent Edelmetallanteil.

Legierung (Beispiel) Goldanteil Materialwert je Gramm bei 120 Euro
Degulor A 87,5 % 105,00 Euro
Degulor B 75,7 % 90,84 Euro
Degulor M 70,0 % 84,00 Euro
Degulor MO 65,5 % 78,60 Euro

Die Werte zu den Legierungen stammen aus der Tabelle im Wikipedia-Artikel „Dentallegierung“. Beim Materialwert kommen Platin- und Palladiumanteile noch hinzu, die diese Rechnung nicht erfasst.

Was zahlen Ankäufer für Zahngold?

Kein Händler zahlt den vollen Materialwert. Er trägt Kosten für Analyse, Einschmelzen und Scheideanstalt. Üblich ist ein Abschlag, der je nach Anbieter deutlich schwankt. Die folgende Tabelle rechnet mit einem Auszahlungssatz von 90 Prozent für eine Legierung mit 75,7 Prozent Gold.

Gewicht Feingold Materialwert Auszahlung bei 90 %
1 g 0,76 g 91 Euro 82 Euro
3 g 2,27 g 273 Euro 245 Euro
5 g 3,79 g 454 Euro 409 Euro
10 g 7,57 g 908 Euro 818 Euro

Kurzantwort: Ankäufer zahlen meist 80 bis 95 Prozent des Materialwerts. Wer mehrere Angebote vergleicht, erhält oft mehrere Euro mehr je Gramm.

Zahngold verkaufen: So gehen Sie vor

Ein geordnetes Vorgehen schützt vor schlechten Angeboten. Diese Schritte haben sich bewährt:

  • Gewicht auf einer Feinwaage bestimmen oder beim Händler vor Ort wiegen lassen
  • Bei der Zahnarztpraxis nach der Legierung fragen
  • Mindestens drei Angebote einholen
  • Analyse und Wiegevorgang vor Ort begleiten
  • Schriftliche Abrechnung mit Feingehalt, Gewicht und Preis verlangen

Seriöse Händler nennen alle Abzüge offen. Eine Auszahlung ohne Belege sollte misstrauisch machen.

Steuern und Nachweispflichten beim Verkauf von Zahngold

Nach § 23 des Einkommensteuergesetzes gelten Verkäufe als privates Veräußerungsgeschäft, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf höchstens ein Jahr liegt. Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind ausgenommen. Zahnersatz liegt in der Regel weit länger als ein Jahr im Mund. Für Altzahngold entsteht daher meist keine Einkommensteuer.

Wer größere Vermögenswerte verschenkt oder vererbt, sollte die Freibeträge kennen. Dazu helfen die Beiträge zum Thema steuerfrei schenken und zur Erbschaftsteuer beim Ehepartner. Bei größeren Barverkäufen fragen Händler nach dem Ausweis. Für Edelmetallhändler liegt die Schwelle nach dem Geldwäschegesetz bei 2.000 Euro.

Zahngold als Vermögenswert einordnen

Für die Vermögensübersicht zählt Zahngold zu den Sachwerten. Meist geht es um kleine Beträge, die neben Ersparnissen kaum ins Gewicht fallen. Wie Anlagevermögen eingeordnet wird, zeigt ein eigener Beitrag. Eine Faustregel gibt es auch beim Thema Reichtum in Deutschland, doch Zahngold verschiebt diese Grenze nicht.

Historisch gilt Dentalgold als Notgroschen. Wikipedia beschreibt es sogar als denkbare Tauschwährung in Krisenzeiten. Für die tägliche Finanzplanung spielt das keine Rolle.

Häufige Fehler beim Zahngoldverkauf

Viele Verkäufer gehen ohne Vergleichswerte zum ersten Händler. Andere lassen Zahngold mit Zahnresten unsortiert wiegen. Reste von Zement, Keramik oder Zahnsubstanz zählen dann mit, obwohl sie kein Gold enthalten. Auch Kronen aus Palladium- oder Nichtedelmetalllegierungen bringen deutlich weniger. Wer das vorher weiß, spart sich Enttäuschungen.

Fazit

Zahngold hat einen echten Materialwert. Er lässt sich mit Gewicht, Goldanteil und Tagespreis selbst berechnen. Die Auszahlung liegt wegen der Abschläge darunter. Wer Angebote vergleicht und sich alles schriftlich geben lässt, erzielt den besten Preis.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist Zahngold wert?

Der Wert richtet sich nach dem Feingoldanteil und dem Tagespreis. Bei rund 120 Euro je Gramm Feingold bringt eine Legierung mit 75 Prozent Gold etwa 90 Euro je Gramm Material. Der Händler zieht davon noch seine Marge ab.

Wie viel Gold steckt in einer Zahnkrone?

Das hängt von der Legierung ab. Klassische Dentalgoldlegierungen enthalten laut Wikipedia zwischen 65 und knapp 88 Prozent Gold. Moderne Keramikkronen mit Metallgerüst enthalten oft deutlich weniger oder gar kein Edelmetall.

Wie erkenne ich, ob Zahnersatz Gold enthält?

Die Farbe gibt einen ersten Hinweis, denn Goldlegierungen wirken gelblich. Sicher ist nur eine Analyse. Händler prüfen das Material mit Röntgenfluoreszenz oder Säuretests. Die Zahnarztpraxis kennt die verwendete Legierung ebenfalls.

Gehört das Zahngold nach der Entfernung dem Patienten?

Zahnersatz, den Patienten selbst bezahlt haben, gehört ihnen in der Regel weiter. Wer sich unsicher ist, fragt vorab in der Praxis nach. Manche Praxen sammeln Gold für Spendenzwecke, wenn Patienten zustimmen.

Muss ich den Verkauf von Zahngold versteuern?

Einkommensteuer fällt bei privaten Veräußerungsgeschäften an, wenn Anschaffung und Verkauf höchstens ein Jahr auseinanderliegen. Zahngold aus altem Zahnersatz erfüllt diese Frist meist nicht. Im Zweifel klärt eine Steuerberatung den Einzelfall.

Was ist der Unterschied zwischen Feingold und Bruttogewicht?

Das Bruttogewicht umfasst die ganze Legierung mit Silber, Kupfer und anderen Metallen. Feingold ist nur der reine Goldanteil. Der Ankaufspreis bezieht sich auf das Feingold.

Wo verkaufe ich Zahngold am besten?

Sinnvoll ist ein Vergleich mehrerer Angebote. Ankäufer mit Analyse vor Ort, schriftlicher Abrechnung und klarem Gebührenmodell sind im Vorteil. Wer mehrere Angebote einholt, erkennt Ausreißer schnell.

Ab welchem Betrag muss ich mich beim Goldverkauf ausweisen?

Nach dem Geldwäschegesetz gelten für Güterhändler besondere Sorgfaltspflichten bei Bargeschäften. Für Edelmetallhändler liegt die Schwelle für die Identifizierung bei 2.000 Euro. Händler fragen bei größeren Beträgen also nach dem Ausweis.

Ist der Goldpreis für Zahngold jeden Tag anders?

Ja. Der Goldpreis wird international in US-Dollar je Feinunze notiert und schwankt börsentäglich. Eine Feinunze entspricht exakt 31,1034768 Gramm. Der Euro-Kurs ändert sich zusätzlich mit dem Wechselkurs.

Lohnt sich das Sammeln von altem Zahngold?

Bei kleinen Mengen kaum. Ein einzelner Zahn bringt meist nur wenige Euro bis einige Dutzend Euro. Mehrere Kronen oder eine ganze Brücke summieren sich dagegen auf ein spürbares Sümmchen.

Mehr zum Thema

Dieser Text ersetzt keine steuerliche Beratung.

Quellen

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