Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Weihnachtsgeld ist in Deutschland nicht steuerfrei. Es zählt als sonstiger Bezug und ist voll lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Steuerfrei bleiben nur bestimmte Sachzuwendungen, etwa Geschenke bis 50 Euro im Monat oder die Weihnachtsfeier bis 110 Euro pro Person.
Das Wichtigste in Kürze
- Weihnachtsgeld ist steuer- und abgabenpflichtig.
- Sachgeschenke bis 50 Euro im Monat bleiben frei.
- Die Weihnachtsfeier ist bis 110 Euro pro Kopf frei.
- Minijobber dürfen 2026 im Jahr höchstens 7.236 Euro verdienen.
Ist Weihnachtsgeld steuerfrei?
Das Einkommensteuergesetz behandelt Weihnachtsgeld als sonstigen Bezug. Das sind Zahlungen, die nicht regelmäßig mit dem Monatslohn fließen. Dazu gehören auch Urlaubsgeld, Boni und das 13. Monatsgehalt.
Für sonstige Bezüge gibt es ein eigenes Verfahren. Der Arbeitgeber ermittelt nach Paragraf 39b EStG den voraussichtlichen Jahreslohn. Dann berechnet er die Steuer einmal mit und einmal ohne Weihnachtsgeld. Die Differenz behält er ein.
Kurzantwort: Weihnachtsgeld ist nicht steuerfrei. Es wird wie normaler Lohn versteuert und verbeitragt.
Warum vom Weihnachtsgeld so wenig bleibt
Viele Beschäftigte wundern sich über den Abzug im November. Der Grund liegt im progressiven Steuertarif. Das Weihnachtsgeld kommt auf den Jahreslohn obendrauf. Es wird deshalb mit dem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert. Der liegt höher als der Durchschnittssatz auf das normale Gehalt.
Dazu kommen die Sozialabgaben. Der Arbeitnehmeranteil liegt 2026 bei rund 21 Prozent, solange die Beitragsbemessungsgrenzen nicht erreicht sind. Wer über der Grenze verdient, zahlt auf das Weihnachtsgeld teils keine Beiträge mehr.
Rechenbeispiel: Was vom 13. Gehalt übrig bleibt
Die folgende Rechnung zeigt, wie viel von 2.000 Euro brutto übrig bleibt. Angenommen sind 21 Prozent Sozialabgaben. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag bleiben außen vor.
| Persönlicher Grenzsteuersatz | Lohnsteuer | Sozialabgaben | Netto vom Weihnachtsgeld |
|---|---|---|---|
| 25 % | 500 € | 420 € | 1.080 € |
| 30 % | 600 € | 420 € | 980 € |
| 35 % | 700 € | 420 € | 880 € |
| 42 % | 840 € | 420 € | 740 € |
Die genauen Werte hängen von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Krankenkasse ab. Der Brutto-Netto-Rechner des Bundesfinanzministeriums liefert eine genaue Berechnung.
Was steuerfrei bleibt: die legalen Alternativen
Arbeitgeber können Mitarbeitende zu Weihnachten auch steuerfrei belohnen. Das geht über Sachleistungen statt Geld.
- Sachbezug bis 50 Euro im Monat: Gutscheine, Tankkarten oder Sachgeschenke bleiben frei, wenn sie zusätzlich zum Lohn fließen. Das steht in Paragraf 8 Absatz 2 EStG.
- Betriebsveranstaltung bis 110 Euro: Zwei Feiern pro Jahr sind bis 110 Euro je Person frei. Darüber liegende Kosten sind steuerpflichtig.
- Pauschalsteuer: Der Arbeitgeber kann Geschenke mit 30 Prozent pauschal versteuern. Dann zahlt der Mitarbeiter selbst nichts.
Wichtig ist die Grenze beim Sachbezug. Sie gilt pro Monat und nicht für Weihnachten allein. Hat ein Mitarbeiter im Dezember schon einen Tankgutschein über 50 Euro erhalten, ist ein zusätzliches Geschenk steuerpflichtig. Eine Überschreitung um einen Cent macht den ganzen Betrag steuerpflichtig.
Kurzantwort: Ein Gutschein bis 50 Euro im Monat bleibt steuerfrei. Bargeld dagegen ist immer steuerpflichtig.
Weihnachtsgeld im Minijob
Auch Minijobber können Weihnachtsgeld bekommen. Es zählt aber zum Jahresverdienst. Die Verdienstgrenze liegt 2026 bei 603 Euro im Monat und damit bei 7.236 Euro im Jahr. Wer schon 603 Euro monatlich verdient, rutscht mit jedem Euro Weihnachtsgeld über die Grenze. Dann wird aus dem Minijob ein Midijob mit Sozialversicherungspflicht.
Die Minijob-Zentrale empfiehlt deshalb, Einmalzahlungen schon beim Vertragsschluss einzuplanen. Sachgeschenke bis 50 Euro bleiben auch im Minijob unberücksichtigt.
Gibt es einen Anspruch auf Weihnachtsgeld?
Ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht. Er kann sich aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung ergeben. Auch die betriebliche Übung zählt. Zahlt ein Arbeitgeber dreimal hintereinander ohne Vorbehalt, entsteht meist ein Anspruch für die Zukunft.
Wer im Laufe des Jahres ausscheidet, erhält oft einen anteiligen Betrag. Das hängt vom Zweck der Zahlung ab. Belohnt sie Betriebstreue, kann eine Stichtagsregel greifen. Ist sie Teil der Vergütung, steht meist ein anteiliger Betrag zu.
Weihnachtsgeld in die Betriebsrente umwandeln
Beschäftigte haben selbst einen Hebel. Sie können das Weihnachtsgeld ganz oder teilweise in eine betriebliche Altersvorsorge stecken. Das nennt sich Entgeltumwandlung. Beiträge bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung bleiben steuerfrei. Bis 4 Prozent fallen auch keine Sozialabgaben an. Die Steuer wird erst im Alter auf die Rente fällig. Der Wunsch muss vor der Auszahlung beim Arbeitgeber liegen.
Fazit
Weihnachtsgeld ist in Deutschland nicht steuerfrei. Es wird wie Lohn besteuert, meist mit einem spürbar höheren Satz. Wer steuerfrei beschenken möchte, nutzt Sachbezüge bis 50 Euro im Monat oder die Weihnachtsfeier bis 110 Euro. Minijobber sollten die Jahresgrenze von 7.236 Euro im Blick behalten.
FAQ – Häufige Fragen
Wird Weihnachtsgeld höher besteuert als Lohn?
Der Steuersatz ist nicht höher. Weil das Weihnachtsgeld auf den Jahreslohn obendrauf kommt, greift aber der höhere Grenzsteuersatz.
Muss man auf Weihnachtsgeld Sozialabgaben zahlen?
Ja, bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Der Arbeitnehmeranteil liegt 2026 bei rund 21 Prozent.
Ist ein Weihnachtsgutschein steuerfrei?
Ja, bis 50 Euro im Monat. Er muss zusätzlich zum Lohn fließen und darf nicht in Bargeld umtauschbar sein.
Wie viel darf die Weihnachtsfeier kosten?
Bis 110 Euro pro Person bleiben steuerfrei. Das gilt für zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr.
Bekommt man die Steuer auf Weihnachtsgeld zurück?
Teilweise. Mit der Steuererklärung wird das ganze Jahr neu gerechnet. Wer viele Werbungskosten hat, erhält oft einen Teil zurück.
Dürfen Minijobber Weihnachtsgeld erhalten?
Ja. Der Jahresverdienst darf 2026 aber 7.236 Euro nicht überschreiten.
Ist das 13. Gehalt dasselbe wie Weihnachtsgeld?
Steuerlich werden beide gleich behandelt. Arbeitsrechtlich ist das 13. Gehalt oft fester Lohnbestandteil.
Wann entsteht ein Anspruch auf Weihnachtsgeld?
Durch Vertrag, Tarif, Betriebsvereinbarung oder betriebliche Übung. Meist genügt eine dreimalige Zahlung ohne Vorbehalt.
Zählt Weihnachtsgeld beim Elterngeld?
Nein. Sonstige Bezüge bleiben bei der Berechnung des Elterngelds außen vor.
Kann der Arbeitgeber die Steuer übernehmen?
Bei Sachgeschenken ja, über die Pauschalsteuer von 30 Prozent. Bei Bargeld wäre die übernommene Steuer selbst wieder Lohn.
- Steuerfrei schenken: Freibeträge im Überblick
- Abfindung steuerfrei erhalten
- Steuernummer und ihre Abkürzung
- Minijob und Rente nach 20 Jahren
- Assistenzarzt-Gehalt
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine steuerliche Beratung. Für den Einzelfall helfen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine.
Quellen
- Paragraf 39b EStG: Lohnsteuer auf sonstige Bezüge
- Paragraf 8 EStG: Sachbezüge bis 50 Euro
- Minijob-Zentrale: Weihnachtsgeld, Weihnachtsfeiern und Geschenke im Minijob
Geschrieben von Theresa Kuhn fuer vermögensatlas.de. Der Text ist keine Anlageberatung.
