Wie viel verdient man als ärztin? Gehalt im Überblick

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Eine angestellte Ärztin verdient als Assistenzärztin im ersten Jahr laut Tarifvertrag rund 5.722 Euro brutto im Monat, als Fachärztin steigt das Gehalt auf über 7.500 Euro. Oberärztinnen erreichen ab 9.459 Euro, leitende Oberärztinnen über 11.100 Euro brutto. Grundlage sind die Tarifverträge für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Kliniken, die für Frauen und Männer gleichermaßen gelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Assistenzärztinnen starten tariflich bei 5.722,05 Euro brutto im Monat.
  • Fachärztinnen verdienen im ersten Jahr ab 7.552,19 Euro brutto.
  • Oberärztinnen erreichen ab 9.459,56 Euro, leitende Oberärztinnen ab 11.127,50 Euro.
  • Die Tarifverträge gelten unabhängig vom Geschlecht identisch für alle Ärztinnen und Ärzte.

Tarifliche Grundlage für angestellte Ärztinnen

Die meisten angestellten Ärztinnen an kommunalen Krankenhäusern werden nach dem Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte kommunaler Arbeitgeber bezahlt, kurz TV-Ärzte VKA. Er teilt die Beschäftigten in Entgeltgruppen ein, von der Assistenzärztin bis zur leitenden Oberärztin, und legt für jede Gruppe feste Stufen nach Berufsjahren fest. Zum 1. Juni 2026 wurden die Tabellenwerte um 2 Prozent angehoben.

Gehalt nach Karrierestufe

Die folgende Tabelle zeigt die monatlichen Bruttogehälter in Stufe 1 der jeweiligen Entgeltgruppe, Stand Juni 2026.

Position Entgeltgruppe Gehalt brutto/Monat
Assistenzärztin EG I 5.722,05 Euro
Fachärztin EG II 7.552,19 Euro
Oberärztin EG III 9.459,56 Euro
Leitende Oberärztin EG IV 11.127,50 Euro

Mit steigender Berufserfahrung wachsen die Gehälter innerhalb jeder Entgeltgruppe über mehrere Stufen weiter. Assistenzärztinnen erreichen nach sechs Jahren bis zu 7.355,29 Euro, Fachärztinnen nach dreizehn Jahren bis zu 9.698,91 Euro.

Kurzantwort: Assistenzärztinnen verdienen tariflich ab 5.722 Euro brutto im Monat, Fachärztinnen ab 7.552 Euro und Oberärztinnen ab 9.459 Euro brutto.

Unterschiede zwischen Uniklinik und kommunalem Krankenhaus

An Universitätskliniken gilt ein eigener Tarifvertrag, der TV-Ärzte TdL. Er sieht für 2026 eine Gesamterhöhung von 5,4 Prozent vor, aufgeteilt in zwei Schritte zum April 2026 und September 2027. Assistenzärztinnen starten dort mit 5.792,90 Euro brutto und damit leicht über dem Wert an kommunalen Häusern. In der Spitze erreichen Assistenzärztinnen an Universitätskliniken bis zu 7.436,05 Euro in der höchsten Stufe. Private Klinikketten und kirchliche Träger orientieren sich häufig an den kommunalen Tarifwerten, weichen im Detail aber teils davon ab, weshalb sich ein Blick in den jeweiligen Arbeitsvertrag lohnt.

Weg zur Fachärztin

Nach dem Medizinstudium und der Approbation beginnt die Facharztausbildung, die je nach Fachrichtung zwischen fünf und sechs Jahren dauert. Während dieser Zeit ist die angehende Fachärztin als Assistenzärztin angestellt und durchläuft die Stufen der Entgeltgruppe EG I. Erst nach bestandener Facharztprüfung wechselt sie in die höhere Entgeltgruppe EG II und damit in eine spürbar bessere Gehaltsstufe. Die Wahl der Fachrichtung beeinflusst dabei zwar nicht das tarifliche Grundgehalt, wohl aber die Chancen auf gut bezahlte Zusatztätigkeiten und Nebenverdienste.

Teilzeit und Elternzeit im Arztberuf

Viele Ärztinnen arbeiten nach der Geburt eines Kindes zunächst in Teilzeit, was sich unmittelbar auf das monatliche Gehalt auswirkt, da die tariflichen Sätze auf eine Vollzeitstelle bezogen sind. Die Entgeltgruppe und Stufe bleiben davon unberührt, ausschließlich der zeitliche Umfang der Anstellung wird anteilig vergütet. Nach der Rückkehr in Vollzeit steigt das Gehalt automatisch wieder auf den vollen tariflichen Satz, ohne dass die Elternzeit die Karrierestufe verschlechtert.

Warum Frauen und Männer tariflich gleich bezahlt werden

Die genannten Tarifverträge kennen keine Unterscheidung nach Geschlecht. Eine Ärztin in derselben Entgeltgruppe und Stufe verdient exakt dasselbe wie ihr männlicher Kollege. Unterschiede im tatsächlichen Einkommen zwischen Ärztinnen und Ärzten entstehen daher meist über andere Wege, etwa durch unterschiedliche Arbeitszeiten, die Wahl der Facharztrichtung oder die Übernahme von Führungspositionen.

Zulagen und Bereitschaftsdienste

Zum tariflichen Grundgehalt kommen bei vielen Ärztinnen zusätzliche Vergütungen für Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaft und Nachtarbeit hinzu. Gerade in Fächern mit viel Nacht- und Wochenenddienst, etwa in der Chirurgie oder Anästhesie, machen diese Zulagen einen spürbaren Teil des Gesamteinkommens aus. Wer viele Dienste übernimmt, kann so deutlich über das reine Tabellengehalt hinauskommen.

Kurzantwort: Bereitschaftsdienste und Nachtarbeit erhöhen das tarifliche Grundgehalt von Ärztinnen zusätzlich, besonders in Fächern mit hoher Dienstbelastung wie Chirurgie oder Anästhesie.

Fazit

Wie viel eine Ärztin verdient, hängt vor allem von der Karrierestufe, der Klinikform und der Facharztrichtung ab. Die Tarifverträge sorgen dafür, dass Frauen und Männer im selben Beruf gleich bezahlt werden, während individuelle Zulagen für Dienste das tatsächliche Einkommen zusätzlich beeinflussen.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel verdient eine Assistenzärztin im ersten Jahr?

Tariflich liegt das Gehalt bei 5.722,05 Euro brutto im Monat an kommunalen Kliniken.

Wie viel verdient eine Fachärztin?

Fachärztinnen starten bei 7.552,19 Euro brutto im Monat und steigen über mehrere Stufen bis auf 9.698,91 Euro.

Was verdient eine Oberärztin?

Oberärztinnen verdienen ab 9.459,56 Euro brutto im Monat, in höheren Stufen bis über 10.800 Euro.

Werden Ärztinnen schlechter bezahlt als Ärzte?

Nein, die Tarifverträge sehen für dieselbe Entgeltgruppe und Stufe identische Gehälter unabhängig vom Geschlecht vor.

Verdient man an der Uniklinik mehr als im kommunalen Krankenhaus?

Die Einstiegsgehälter liegen an Universitätskliniken leicht über den Werten kommunaler Häuser, die Unterschiede bleiben aber gering.

Wie stark wurden die Ärztegehälter 2026 erhöht?

An kommunalen Kliniken stiegen die Tabellenwerte zum 1. Juni 2026 um 2 Prozent, an Universitätskliniken insgesamt um 5,4 Prozent in zwei Schritten.

Welche Zulagen erhöhen das Gehalt zusätzlich?

Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaft und Nachtarbeit erhöhen das tarifliche Grundgehalt spürbar, besonders in dienstintensiven Fächern.

Ab wann steigt das Facharztgehalt nicht mehr weiter?

Nach etwa 13 Berufsjahren erreicht das Facharztgehalt die höchste tarifliche Stufe, eine weitere Steigerung ist dann nur über eine Oberarztstelle möglich.

Was verdient eine leitende Oberärztin?

Leitende Oberärztinnen verdienen tariflich ab 11.127,50 Euro brutto im Monat.

Beeinflusst die Facharztrichtung das Gehalt?

Das tarifliche Grundgehalt ist unabhängig von der Fachrichtung gleich, die Höhe der Zulagen für Dienste unterscheidet sich je nach Fach aber deutlich.

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle steuerliche oder finanzielle Beratung.

Mehr zum Thema

Quellen

Die mobile Version verlassen
Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen