Pfarrerin Gehalt: Was Pfarrerinnen und Pfarrer verdienen

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 4 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Eine evangelische Pfarrerin verdient in Deutschland meist nach den Besoldungsgruppen A13 oder A14, ähnlich wie Beamtinnen im höheren Dienst. In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck reicht das Grundgehalt seit Mai 2026 von rund 5.183 Euro brutto in A13, Stufe 1, bis gut 7.160 Euro in A14, Stufe 8. Pfarrerinnen und Pfarrer werden gleich bezahlt. Jede Landeskirche regelt die Besoldung aber selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Evangelische Pfarrerinnen: meist Besoldungsgruppe A13 oder A14.
  • Beispiel EKKW: rund 5.183 bis 7.162 Euro brutto im Monat.
  • Dekaninnen A15, Pröpstinnen A16.
  • In der katholischen Kirche gibt es keine Pfarrerinnen.

Pfarrerin Gehalt: So funktioniert die Besoldung

Pfarrerinnen und Pfarrer stehen in den evangelischen Landeskirchen meist in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Das ähnelt dem Beamtenstatus. Sie bekommen deshalb kein Gehalt nach Tarifvertrag. Ihre Bezüge heißen Besoldung. Die Landeskirchen orientieren sich dabei an den Besoldungsgruppen des Staates.

Das Grundgehalt steigt mit den Dienstjahren in Erfahrungsstufen. Dazu können Familienzuschläge kommen. Da es 20 Landeskirchen gibt, unterscheiden sich die genauen Beträge. Manche Kirchen koppeln sich an die Besoldung des Bundes, andere an die ihres Bundeslandes.

Kurzantwort: Evangelische Pfarrerinnen werden ähnlich wie Beamtinnen bezahlt, meist nach A13 oder A14. Das Grundgehalt steigt mit den Dienstjahren.

Beispiel: Besoldung in Kurhessen-Waldeck

Die Pfarrvertretung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) veröffentlicht ihre Tabellen. Sie zeigen gut, wie die Besoldung aufgebaut ist. Seit dem 1. März 2024 erhalten Pfarrerinnen und Pfarrer dort 97 Prozent der aktuellen Bundesbesoldung.

Amt Besoldungsgruppe Grundgehalt ab Mai 2026
Pfarrerin, Pfarrer A13 5.182,93 Euro (Stufe 1) bis 6.601,93 Euro (Stufe 8)
Pfarrerin, Pfarrer A14 5.323,95 Euro (Stufe 1) bis 7.161,71 Euro (Stufe 8)
Dekanin, Dekan A15 höher als A14
Pröpstin, Propst, Oberlandeskirchenrätin A16 höchste Gruppe der Liste

Aufs Jahr gerechnet ergibt A13 in Stufe 1 rund 62.200 Euro brutto. Eine Pfarrerin in A14, Stufe 8, kommt auf rund 85.900 Euro. Sonderzahlungen und Zuschläge sind dabei noch nicht eingerechnet. Zum Vergleich mit einem anderen akademischen Beruf lohnt ein Blick auf das Gehalt von Assistenzärzten.

Brutto und netto: Was bleibt übrig?

Wie bei Beamten fallen bei Pfarrerinnen im öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung an. Die Altersversorgung läuft über kirchliche Versorgungskassen. Für Krankheitskosten gibt es Beihilfe. Den Rest sichert eine private Krankenversicherung ab.

Vom Bruttobetrag gehen daher vor allem Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag bei hohen Einkommen, Kirchensteuer und der Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab. Das Netto hängt stark von Steuerklasse und Familienstand ab. Verheiratete profitieren oft vom Ehegattensplitting. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Steuerklassen und Ehegattensplitting.

Kurzantwort: Vom Brutto einer Pfarrerin gehen vor allem Steuern und die private Krankenversicherung ab. Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung fallen in der Regel nicht an.

Ein Beispiel macht das greifbar. Eine ledige Pfarrerin ohne Kinder in A13, Stufe 1, zahlt auf rund 5.183 Euro brutto Lohnsteuer und Kirchensteuer. Hinzu kommt ihr Beitrag zur privaten Krankenversicherung. Da die Beihilfe einen Teil der Kosten trägt, fällt dieser Beitrag meist niedriger aus als bei voll privat Versicherten. Das Netto liegt dadurch spürbar höher als bei Angestellten mit gleichem Brutto.

Dienstwohnung, Zuschläge und Sonderzahlungen

Viele Pfarrerinnen wohnen im Pfarrhaus. Oft besteht eine Pflicht, dort zu wohnen. Für die Dienstwohnung zieht die Kirche in der Regel einen Betrag von den Bezügen ab. Er liegt häufig unter der ortsüblichen Miete.

Weitere Bestandteile können sein:

  • Familienzuschlag für Verheiratete und Kinder
  • Jahressonderzahlung, je nach Landeskirche
  • Beihilfe zu Arzt- und Krankenhauskosten
  • Zulagen für besondere Ämter

Welche Sonderzahlungen steuerfrei sind, zeigt der Beitrag Ist Weihnachtsgeld steuerfrei?

Vikariat: der Weg ins Pfarramt

Vor dem Pfarramt steht ein langer Ausbildungsweg. Zuerst kommt das Theologiestudium mit Griechisch, Hebräisch und oft Latein. Es endet mit dem ersten kirchlichen Examen. Danach folgt das Vikariat, eine praktische Ausbildung in einer Gemeinde. Es schließt mit dem zweiten Examen ab.

Im Vikariat erhalten angehende Pfarrerinnen Ausbildungsbezüge. Sie liegen deutlich unter der späteren Besoldung. Nach dem Vikariat beginnt oft eine Probezeit im Pfarrdienst. Erst danach folgt die Berufung auf Lebenszeit.

Katholische Pfarrer: andere Regeln

In der katholischen Kirche gibt es keine Pfarrerinnen. Frauen können dort nicht zu Priesterinnen geweiht werden. Sie arbeiten stattdessen etwa als Pastoral- oder Gemeindereferentinnen. Katholische Priester erhalten Bezüge nach den Regeln ihres Bistums. Die Höhe hängt unter anderem von Dienstjahren und Wohnsituation ab. Einheitliche Tabellen wie in der evangelischen Kirche gibt es nicht.

Gehalt Pfarrerin im Vergleich

Stelle Einordnung
Vikarin Ausbildungsbezüge, deutlich unter A13
Pfarrerin A13 oder A14
Dekanin A15
Pröpstin, Oberlandeskirchenrätin A16

Damit liegen Pfarrerinnen etwa auf dem Niveau von Gymnasiallehrkräften oder Beamten im höheren Verwaltungsdienst.

Fazit

Das Gehalt einer Pfarrerin richtet sich in der evangelischen Kirche meist nach A13 oder A14. In Kurhessen-Waldeck bedeutet das seit Mai 2026 rund 5.183 bis 7.162 Euro brutto im Monat. Männer und Frauen erhalten dieselbe Besoldung. Dazu kommen Beihilfe, Zuschläge und oft eine Dienstwohnung. Sozialversicherungsbeiträge wie bei Angestellten fallen nicht an.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel verdient eine Pfarrerin?

Meist nach A13 oder A14. In der EKKW sind das rund 5.183 bis 7.162 Euro brutto im Monat.

Verdienen Pfarrerinnen weniger als Pfarrer?

Nein. Die Besoldung ist für beide gleich.

Sind Pfarrerinnen Beamtinnen?

Sie stehen meist in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, das dem Beamtenstatus ähnelt.

Was verdient eine Dekanin?

Dekaninnen sind in der EKKW nach A15 eingestuft.

Wer bezahlt Pfarrerinnen?

Die jeweilige Landeskirche.

Zahlen Pfarrerinnen in die Rentenversicherung ein?

In der Regel nicht. Die Versorgung läuft über kirchliche Versorgungskassen.

Müssen Pfarrerinnen im Pfarrhaus wohnen?

Oft ja. Für die Dienstwohnung wird meist ein Betrag einbehalten.

Was verdient man im Vikariat?

Ausbildungsbezüge, die deutlich unter der späteren Besoldung liegen.

Gibt es katholische Pfarrerinnen?

Nein. Die katholische Kirche weiht keine Frauen zu Priesterinnen.

Wie hoch ist die Besoldung in Kurhessen-Waldeck?

97 Prozent der aktuellen Bundesbesoldung.

Mehr zum Thema

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind die Regelungen der jeweiligen Landeskirche.

Quellen

Die mobile Version verlassen
Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen