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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Ein Oberarzt verdient in Deutschland je nach Tarifvertrag und Berufsjahren zwischen rund 9.200 und 11.300 Euro brutto im Monat. An Universitätskliniken liegt das Grundgehalt meist leicht über dem kommunaler Häuser, Bereitschaftsdienste und Zulagen erhöhen das Einkommen zusätzlich deutlich.
Kurzantwort: Ein Oberarzt an einer Universitätsklinik startet 2026 tariflich bei 9.576,69 Euro brutto im Monat und erreicht ab dem zehnten Berufsjahr 11.265,33 Euro. Zulagen für Dienste kommen dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- Tarifliches Einstiegsgehalt an Unikliniken: 9.576,69 Euro brutto pro Monat
- Höchste Tarifstufe nach zehn Jahren: 11.265,33 Euro brutto pro Monat
- Kommunale Krankenhäuser zahlen ähnlich, oft leicht darunter
- Bereitschaftsdienste können das Bruttoeinkommen um 1.500 bis 3.000 Euro erhöhen
Was macht ein Oberarzt und wie wird man es?
Ein Oberarzt trägt in der Klinik die medizinische Verantwortung für eine Station oder einen Teilbereich einer Abteilung. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Facharztausbildung, oft folgen mehrere Jahre als Facharzt, bevor eine Klinikleitung die Oberarztstelle vergibt. Zu den Aufgaben zählen die fachliche Anleitung jüngerer Ärztinnen und Ärzte, komplexe Behandlungsentscheidungen und häufig auch organisatorische Verantwortung für den eigenen Bereich.
Tarifliches Grundgehalt an Universitätskliniken
Für Oberärzte an landeseigenen Universitätskliniken gilt der Tarifvertrag TV-Ärzte/TdL, ausgehandelt vom Marburger Bund. Im Juni 2026 einigten sich die Tarifparteien auf eine Gehaltssteigerung von 2,95 Prozent rückwirkend zum 1. April 2026, eine weitere Erhöhung um 2,45 Prozent folgt zum 1. September 2027. Aktuell liegt das Grundgehalt in vier Stufen gestaffelt:
| Berufsjahre als Oberarzt | Monatliches Grundgehalt brutto |
|---|---|
| 1. bis 3. Jahr | 9.576,69 € |
| 4. bis 6. Jahr | 10.139,57 € |
| 7. bis 9. Jahr | 10.944,77 € |
| ab 10. Jahr | 11.265,33 € |
Gehalt an kommunalen Krankenhäusern
Für Oberärzte an kommunalen Kliniken gilt der Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA. Das Einstiegsgehalt liegt hier 2026 bei rund 9.459,56 Euro brutto im Monat, die höchste Tarifstufe erreicht etwa 10.810,95 Euro. Damit liegen die Grundgehälter nur wenig unter dem Niveau der Universitätskliniken. Ein Teil des Unterschieds erklärt sich durch die Wochenarbeitszeit, die an Unikliniken tariflich etwas höher liegt.
Zulagen und zusätzliches Einkommen
Zum Grundgehalt kommen bei vielen Oberärzten spürbare Zusatzzahlungen. Nachtdienste, Wochenenddienste und Rufbereitschaft werden gesondert vergütet und können das monatliche Bruttoeinkommen laut Fachportalen um 1.500 bis 3.000 Euro oder mehr erhöhen. Leitende Oberärzte mit zusätzlicher Führungsverantwortung erhalten häufig eine weitere Zulage. In Privatkliniken und bei Chefarztvertretungen sind individuelle Vereinbarungen üblich, die über die Tarifsätze hinausgehen können.
Kurzantwort: Zwischen Unikliniken und kommunalen Krankenhäusern liegen die Grundgehälter für Oberärzte nur wenige Hundert Euro auseinander. Den größeren Unterschied machen Zulagen für Dienste und Zusatzverantwortung aus.
Wovon die Gehaltshöhe sonst noch abhängt
Neben Klinikträger und Berufsjahren beeinflussen mehrere Faktoren das tatsächliche Einkommen. Dazu zählt das Fachgebiet: Chirurgische Fächer mit hoher Dienstbelastung erzielen durch Zulagen oft höhere Gesamteinkommen als weniger diensthäufige Fächer. Auch die Region spielt eine Rolle, weil einzelne Bundesländer und Kliniken übertarifliche Zulagen zahlen, um Fachkräfte zu gewinnen. Wer als Oberarzt in eine Führungsposition mit Chefarztvertretung aufsteigt, kann zusätzlich über individuelle Verträge verhandeln.
Oberarzt im Vergleich zu anderen Arztpositionen
Im Vergleich zum Assistenzarzt liegt das Oberarzt-Gehalt deutlich höher, da mit der Position mehr Verantwortung und in der Regel mehr Berufserfahrung einhergehen. Gegenüber einem Chefarzt bleibt das Oberarzt-Gehalt dagegen meist spürbar niedriger, weil Chefärzte oft außertariflich und mit Zusatzvereinbarungen bezahlt werden. Niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte in eigener Praxis können je nach Fachrichtung und Patientenzahl ebenfalls höhere oder niedrigere Einkommen erzielen als angestellte Oberärzte.
Vom Bruttogehalt zum tatsächlichen Nettoeinkommen
Von den genannten Bruttobeträgen bleibt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben ein deutlich geringerer Betrag übrig. Bei einem Bruttogehalt von rund 10.000 Euro im Monat verringert die Steuerprogression den Nettoanteil spürbar, ledige Oberärzte in Steuerklasse eins zahlen häufig mehr als 40 Prozent des Bruttogehalts an Steuern und Sozialversicherung. Verheiratete Oberärztinnen und Oberärzte mit Kindern profitieren dagegen oft von einer günstigeren Steuerklasse und höheren Freibeträgen. Wer die genaue Nettosumme wissen möchte, sollte die eigene Steuerklasse, Kirchensteuerpflicht und eventuelle Kinderfreibeträge in einen Brutto-Netto-Rechner eingeben, da pauschale Angaben die individuelle Situation nicht abbilden.
Dieser Text ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Die genannten Zahlen sind tarifliche Richtwerte, das tatsächliche Nettoeinkommen hängt von Steuerklasse und persönlichen Abzügen ab.
Fazit
Das Gehalt eines Oberarztes bewegt sich 2026 tariflich zwischen rund 9.200 und 11.300 Euro brutto im Monat, je nach Klinikträger und Berufsjahren. Zulagen für Dienste und Zusatzverantwortung erhöhen das tatsächliche Einkommen oft deutlich über den tariflichen Grundbetrag hinaus. Wer sich für eine Oberarztstelle entscheidet, sollte neben dem Grundgehalt immer auch die Dienstbelastung und mögliche Zulagen im jeweiligen Fachgebiet berücksichtigen.
FAQ – Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Oberarzt im Monat?
Tariflich zwischen etwa 9.200 und 11.300 Euro brutto, je nach Klinikträger und Berufsjahren.
Verdienen Oberärzte an Unikliniken mehr als an kommunalen Häusern?
Ja, das Grundgehalt liegt an Unikliniken meist leicht über dem kommunaler Krankenhäuser.
Welcher Tarifvertrag gilt für Oberärzte?
An Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, an kommunalen Häusern der TV-Ärzte/VKA.
Wie stark erhöhen Dienste das Gehalt?
Nacht- und Bereitschaftsdienste können das Bruttoeinkommen um 1.500 bis 3.000 Euro monatlich steigern.
Ab wann kann man Oberarzt werden?
Nach abgeschlossener Facharztausbildung und meist mehreren Jahren zusätzlicher Berufserfahrung als Facharzt.
Verdient ein Oberarzt mehr als ein Assistenzarzt?
Deutlich mehr, da mit der Position mehr fachliche Verantwortung und Erfahrung verbunden sind.
Verdient ein Oberarzt weniger als ein Chefarzt?
Ja, Chefärzte werden meist außertariflich bezahlt und liegen im Schnitt über dem Oberarzt-Gehalt.
Wie hoch ist das höchste tarifliche Oberarzt-Gehalt?
An Unikliniken erreicht die höchste Stufe ab dem zehnten Berufsjahr 11.265,33 Euro brutto.
Wann wurde die aktuelle Tarifeinigung für Ärzte geschlossen?
Der Marburger Bund einigte sich im Juni 2026 auf Gehaltssteigerungen für rund 25.000 Ärztinnen und Ärzte.
Beeinflusst das Fachgebiet das Gehalt?
Ja, dienstintensive Fächer wie die Chirurgie erreichen durch Zulagen oft ein höheres Gesamteinkommen.
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Quellen
- Marburger Bund: Tarifeinigung für Ärztinnen und Ärzte
- Doctari: Oberarzt-Gehalt an der Uniklinik 2026
Björn Halder schreibt fuer vermögensatlas.de ueber Vermoegen, Steuern und Altersvorsorge.
