Ausschüttende ETFs: So funktionieren Ausschüttungen und Steuern

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden und Zinsen, die der Fonds einnimmt, regelmäßig an die Anleger aus. Das Geld landet auf dem Verrechnungskonto, je nach ETF monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Thesaurierende ETFs legen diese Erträge dagegen automatisch wieder an. Steuerlich werden Ausschüttungen im Jahr der Zahlung erfasst, mit 30 Prozent Teilfreistellung bei Aktien-ETFs.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ausschüttende ETFs zahlen Erträge regelmäßig aufs Konto.
  • Am Ex-Tag sinkt der Kurs um etwa die Ausschüttung.
  • Aktien-ETFs: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei.
  • Basiszins für die Vorabpauschale 2026: 3,20 Prozent.

Was ausschüttende ETFs sind

Ein ETF bündelt viele Aktien oder Anleihen. Die Unternehmen im Fonds zahlen Dividenden, Anleihen bringen Zinsen. Ein ausschüttender ETF sammelt diese Erträge ein und gibt sie in festen Abständen an die Anleger weiter. Im Namen oder im Datenblatt steht dafür meist „Dist“ für distributing oder „Aussch.“.

Das Gegenstück ist der thesaurierende ETF, oft mit „Acc“ für accumulating gekennzeichnet. Er behält die Erträge und kauft damit neue Wertpapiere. Beide Varianten bilden denselben Index ab. Der Unterschied liegt nur im Umgang mit den laufenden Erträgen.

Kurzantwort: Ausschüttende ETFs überweisen Dividenden und Zinsen regelmäßig aufs Konto. Thesaurierende ETFs legen dieselben Erträge automatisch wieder an.

So läuft eine Ausschüttung ab

  • Schritt 1 – Erträge sammeln: Der Fonds erhält über Monate Dividenden und Zinsen.
  • Schritt 2 – Ex-Tag: An diesem Tag wird die Ausschüttung vom Kurs abgezogen. Wer den ETF am Vortag im Depot hat, ist berechtigt.
  • Schritt 3 – Zahltag: Einige Tage später kommt das Geld auf dem Verrechnungskonto an.
  • Schritt 4 – Steuer: Die Bank zieht Steuern automatisch ab, sofern der Freibetrag ausgeschöpft ist.

Wichtig ist der Kursabschlag am Ex-Tag. Der Wert des Depots sinkt um etwa den ausgeschütteten Betrag. Anleger werden durch die Ausschüttung also nicht reicher. Ein Teil des Vermögens wandert lediglich vom Depot aufs Konto.

Ausschüttend oder thesaurierend: der Vergleich

Merkmal Ausschüttend Thesaurierend
Erträge fließen aufs Konto werden wieder angelegt
Zinseszinseffekt nur bei manueller Wiederanlage automatisch
Planbare Einnahmen ja nein, dafür Anteile verkaufen
Freibetrag wird jährlich genutzt wird über die Vorabpauschale teilweise genutzt
Typische Nutzer Rentner, Einkommensorientierte Vermögensaufbau über viele Jahre

Für den langfristigen Vermögensaufbau gilt der thesaurierende ETF oft als bequemer. Wer dagegen ein regelmäßiges Zusatzeinkommen möchte, schätzt die Ausschüttungen. Auch psychologisch hilft der Zahlungseingang manchen Anlegern, in Krisen investiert zu bleiben. Wie viel Geld auf dem Konto als Wohlstand gilt, zeigt der Beitrag Ab wie viel Geld auf dem Konto ist man reich?.

Steuern auf Ausschüttungen

Ausschüttungen zählen zu den Kapitalerträgen. Darauf fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent. Kirchensteuer kommt gegebenenfalls hinzu. Zwei Regeln senken die Last:

  • Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Versteuert werden nur 70 Prozent.
  • Sparerpauschbetrag: Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr bleiben steuerfrei, bei Ehepaaren bis 2.000 Euro. Dafür braucht die Bank einen Freistellungsauftrag.

Die Vorabpauschale 2026

Die Vorabpauschale sorgt dafür, dass auch Fonds mit geringen Ausschüttungen jährlich besteuert werden. Die Formel lautet: Wert zu Jahresbeginn mal Basiszins mal 0,7. Das Ergebnis heißt Basisertrag. Davon werden die Ausschüttungen des Jahres abgezogen. Liegen die Ausschüttungen darüber, fällt keine Vorabpauschale an.

Den Basiszins für 2026 gab das Bundesfinanzministerium am 13. Januar 2026 bekannt. Er beträgt 3,20 Prozent. Die Vorabpauschale für 2026 gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen, also am 4. Januar 2027. Dann zieht die Bank eine eventuelle Steuer ein.

Kurzantwort: Die Vorabpauschale 2026 berechnet sich aus Wert zu Jahresbeginn mal 3,20 Prozent mal 0,7. Ausschüttungen des Jahres werden davon abgezogen.

Rechenbeispiel für einen Aktien-ETF

Ein ausschüttender Aktien-ETF hat am 1. Januar 2026 einen Wert von 10.000 Euro. Im Lauf des Jahres schüttet er 150 Euro aus und steigt im Wert.

Posten Betrag
Basisertrag: 10.000 € × 3,20 % × 0,7 224,00 €
minus Ausschüttungen 150,00 €
Vorabpauschale 74,00 €
steuerpflichtig nach Teilfreistellung: 70 % von (150 € + 74 €) 156,80 €
Steuer ohne Freibetrag (26,375 %) 41,36 €
Steuer mit Freistellungsauftrag 0,00 €

Die bereits versteuerte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf mit dem Gewinn verrechnet. So entsteht keine doppelte Belastung. Wer Geld verschenken möchte statt anzulegen, findet Grenzen im Beitrag Steuerfrei schenken.

Für wen sich ausschüttende ETFs eignen

Ausschüttende ETFs passen zu Menschen, die laufende Einnahmen wollen. Beispiele sind Ruheständler, die ihre Rente aufstocken, oder Anleger, die den Sparerpauschbetrag jedes Jahr sicher ausschöpfen möchten. Wer noch Jahrzehnte spart, muss die Ausschüttungen selbst wieder anlegen, um vom Zinseszins zu profitieren. Viele Sparpläne lassen sich dafür einfach erhöhen.

Fazit

Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden und Zinsen regelmäßig aufs Konto. Das bringt planbare Einnahmen, aber keinen Mehrertrag, weil der Kurs am Ex-Tag entsprechend sinkt. Aktien-ETFs profitieren von 30 Prozent Teilfreistellung. Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 Prozent für die Vorabpauschale.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist ein ausschüttender ETF?

Ein ETF, der Dividenden und Zinsen regelmäßig an die Anleger auszahlt, statt sie wieder anzulegen.

Wie oft schütten ETFs aus?

Je nach Fonds monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Der Rhythmus steht im Datenblatt.

Was bedeutet Dist und Acc?

Dist steht für ausschüttend, Acc für thesaurierend. Die Kürzel stehen oft im Fondsnamen.

Sinkt der Kurs nach einer Ausschüttung?

Ja. Am Ex-Tag fällt der Kurs um etwa den ausgeschütteten Betrag.

Wie werden Ausschüttungen versteuert?

Mit 26,375 Prozent Abgeltungsteuer inklusive Soli, bei Aktien-ETFs nur auf 70 Prozent des Betrags.

Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag?

1.000 Euro pro Person und Jahr, 2.000 Euro für Ehepaare.

Gibt es bei ausschüttenden ETFs eine Vorabpauschale?

Ja, wenn die Ausschüttungen unter dem Basisertrag liegen. Die Ausschüttungen werden angerechnet.

Wie hoch ist der Basiszins 2026?

3,20 Prozent, bekannt gegeben vom Bundesfinanzministerium am 13. Januar 2026.

Sind ausschüttende ETFs schlechter als thesaurierende?

Nicht grundsätzlich. Ohne Wiederanlage fehlt aber der automatische Zinseszinseffekt.

Wann wird die Vorabpauschale 2026 abgebucht?

Sie gilt am 4. Januar 2027 als zugeflossen. Die Bank zieht eine Steuer dann Anfang Januar ein.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche Beratung.

Quellen

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