Wie viel verdient man als grundschullehrer? Gehalt im Überblick

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ein Grundschullehrer verdient 2026 je nach Bundesland und Besoldungsgruppe zwischen rund 4.190 und 5.400 Euro brutto im Monat. Entscheidend ist, ob das jeweilige Bundesland nach A12 oder A13 bezahlt, denn dazwischen liegen monatlich 400 bis 500 Euro brutto. Die meisten Bundesländer zahlen inzwischen A13, einige befinden sich noch in der Übergangsphase.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elf von 16 Bundesländern zahlen Grundschullehrkräften bereits die volle A13-Besoldung.
  • Baden-Württemberg und das Saarland besolden 2026 noch regulär nach A12.
  • Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz befinden sich in der schrittweisen Anhebung auf A13.
  • Der Unterschied zwischen A12 und A13 beträgt monatlich rund 400 bis 500 Euro brutto.

A12 oder A13: Warum die Besoldungsgruppe entscheidet

Verbeamtete Lehrkräfte werden nach Besoldungsgruppen bezahlt, die sich an der Qualifikation und der Schulform orientieren. Früher galt für Grundschullehrkräfte fast überall A12, während Gymnasiallehrkräfte nach A13 besoldet wurden. Nach jahrelangen Protesten und Gerichtsverfahren haben die meisten Länder die Besoldung angeglichen, weil sich die Ausbildungsdauer beider Lehrämter kaum noch unterscheidet.

Bundesländer mit A12-Besoldung

Baden-Württemberg besoldet Grundschullehrkräfte 2026 weiterhin regulär nach A12, mit einem Einstiegsgehalt von etwa 4.654 Euro brutto. Auch das Saarland zahlt A12, dort liegt das Einstiegsgehalt bei 4.191,19 Euro brutto und damit am unteren Ende der Skala. In beiden Ländern ist bislang kein fester Zeitplan für eine vollständige Anhebung auf A13 beschlossen.

Kurzantwort: Baden-Württemberg und das Saarland zahlen Grundschullehrkräften 2026 noch die niedrigere Besoldungsgruppe A12, mit Einstiegsgehältern zwischen etwa 4.190 und 4.650 Euro brutto.

Länder im Übergang zu A13

Bayern hebt die Besoldung seit Jahresbeginn 2026 schrittweise auf A13 an, zusätzlich zum Grundgehalt gibt es eine monatliche Zulage von aktuell 240 Euro, die bis 2028 wachsen soll. Hessen zahlt seit August 2026 bereits 60 Prozent der Differenz zwischen A12 und A13 als Zulage, die volle Angleichung ist bis 2028 geplant. Rheinland-Pfalz hat die schrittweise Anhebung im Koalitionsvertrag der seit Mai 2026 amtierenden Landesregierung verankert, allerdings ohne festen Zeitplan.

Länder mit voller A13-Besoldung

Die übrigen elf Bundesländer zahlen Grundschullehrkräften bereits die volle Besoldungsgruppe A13. Dazu zählen unter anderem Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort verdienen Berufseinsteiger im Grundschuldienst spürbar mehr als in den Ländern mit A12, weil die Differenz sofort im Grundgehalt abgebildet wird und nicht erst über eine Zulage aufgebaut werden muss.

Angestellte statt verbeamtete Lehrkräfte

Nicht alle Grundschullehrkräfte sind verbeamtet. In Berlin und Sachsen etwa arbeiten überwiegend angestellte Lehrkräfte, für die statt der Beamtenbesoldung die Entgelttabellen des Tarifvertrags der Länder gelten. Das Nettogehalt liegt bei Angestellten wegen der eigenen Kranken- und Rentenversicherung meist niedriger als bei verbeamteten Kolleginnen und Kollegen mit vergleichbarem Bruttogehalt. Dafür zahlen Angestellte in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erwerben eigenständige Ansprüche, während Beamte im Alter eine Pension aus der Beamtenversorgung erhalten, die anders berechnet wird.

Zusatzverdienst und Nebentätigkeiten

Viele Grundschullehrkräfte verdienen neben dem regulären Gehalt zusätzlich durch Nachhilfe, Nachmittagsbetreuung oder die Leitung von Arbeitsgemeinschaften. Solche Nebentätigkeiten müssen bei verbeamteten Lehrkräften in der Regel bei der Schulaufsicht angezeigt werden, sind aber in engen Grenzen erlaubt. Wer zusätzlich Klassenfahrten begleitet oder Prüfungen abnimmt, erhält teilweise gesonderte Aufwandsentschädigungen, die das Jahreseinkommen leicht erhöhen.

Kurzantwort: Der Unterschied zwischen A12 und A13 beträgt für Grundschullehrkräfte monatlich rund 400 bis 500 Euro brutto, zusätzlich zur regulären Steigerung durch Erfahrungsstufen.

Gehaltsentwicklung über die Berufsjahre

Wie bei allen Beamten steigt das Gehalt mit den sogenannten Erfahrungsstufen. Wer neu ins Amt startet, beginnt in Stufe 1, nach mehreren Jahren folgen weitere Stufen mit jeweils höherem Grundgehalt. Über die gesamte Laufbahn hinweg kann das Gehalt so um mehrere hundert Euro monatlich steigen, unabhängig von möglichen Beförderungen etwa zur Schulleitung. Eine Beförderung, etwa zur Konrektorin oder zum Konrektor, bringt zusätzlich eine höhere Besoldungsgruppe mit sich und wirkt sich damit deutlich stärker auf das Gehalt aus als der reine Zeitablauf.

Fazit

Wie viel ein Grundschullehrer verdient, hängt 2026 stark vom Bundesland ab. Wer in einem Land mit A13-Besoldung arbeitet, verdient von Beginn an mehr als Kolleginnen und Kollegen in Ländern mit A12. Die laufenden Angleichungen in Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz zeigen, dass sich die Unterschiede in den kommenden Jahren weiter verringern dürften, auch wenn Baden-Württemberg und das Saarland bislang keinen festen Termin für eine volle Angleichung genannt haben.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Grundschullehrer im Monat?

Je nach Bundesland und Besoldungsgruppe liegt das Einstiegsgehalt 2026 zwischen etwa 4.190 und 5.400 Euro brutto im Monat.

Was ist der Unterschied zwischen A12 und A13?

A13 liegt monatlich rund 400 bis 500 Euro brutto über A12 und war früher Gymnasiallehrkräften vorbehalten.

Welche Bundesländer zahlen noch A12?

Baden-Württemberg und das Saarland besolden Grundschullehrkräfte 2026 regulär noch nach A12, ohne festen Termin für eine volle Anhebung.

Bekommen Lehrkräfte in Bayern schon A13?

Bayern hebt die Besoldung seit 2026 schrittweise an, aktuell über eine Zulage von 240 Euro zusätzlich zum A12-Grundgehalt, die volle Angleichung folgt bis 2028.

Verdient eine Grundschullehrerin genauso viel wie ein Grundschullehrer?

Ja, die Besoldung richtet sich ausschließlich nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe, unabhängig vom Geschlecht.

Warum verdienen angestellte Lehrkräfte oft weniger netto?

Sie zahlen anders als Beamte eigene Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, was bei gleichem Bruttogehalt zu einem niedrigeren Nettoeinkommen führt.

Steigt das Gehalt automatisch mit den Dienstjahren?

Ja, über sogenannte Erfahrungsstufen steigt das Grundgehalt schrittweise mit zunehmender Berufserfahrung.

Welche Länder zahlen bereits volle A13-Besoldung?

Elf der 16 Bundesländer zahlen Grundschullehrkräften bereits die volle Besoldungsgruppe A13, darunter Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Gibt es Zuschläge für Schulleitungsaufgaben?

Ja, Funktionen wie die Schulleitung oder deren Stellvertretung werden über zusätzliche Amtszulagen oder eine höhere Besoldungsgruppe vergütet.

Wann wird Rheinland-Pfalz vollständig auf A13 umstellen?

Die neue Landesregierung hat die schrittweise Anhebung im Koalitionsvertrag verankert, ein konkreter Zeitplan steht bislang aber noch nicht fest.

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle steuerliche oder finanzielle Beratung.

Mehr zum Thema

Quellen

Nach oben scrollen