Grundschullehrer-Gehalt in Baden-Württemberg: Besoldung und Netto

Veröffentlicht am 26.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Verbeamtete Grundschullehrer in Baden-Württemberg werden nach Besoldungsgruppe A12 bezahlt. Seit dem 1. April 2026 liegt das Grundgehalt zwischen 4.654,11 Euro in Stufe 2 und 5.901,07 Euro in Stufe 10 brutto im Monat. Netto bleiben zu Beginn der Laufbahn in Steuerklasse I schätzungsweise rund 3.500 Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Besoldung für Grundschullehrer in BW: A12.
  • Brutto 2026: 4.654 bis 5.901 Euro im Monat.
  • Erhöhung zum 1. April 2026: 2,82 Prozent.
  • Eine Anhebung auf A13 ist in BW nicht beschlossen.

Grundschullehrer-Gehalt in BW: die Besoldungsgruppe

Lehrkräfte an Grundschulen gehören in Baden-Württemberg zum gehobenen Dienst. Ihr Amt ist in Besoldungsgruppe A12 eingestuft. Das Gehalt ergibt sich aus der Landesbesoldungsordnung A. Die gültige Tabelle veröffentlicht das Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg, kurz LBV. Zum 1. April 2026 stiegen die Grundgehälter laut LBV um 2,82 Prozent.

Innerhalb von A12 gibt es mehrere Erfahrungsstufen. Mit jeder Stufe steigt das Gehalt. Laut LBV-Tabelle erfolgt der Aufstieg in den unteren Stufen im Drei-Jahres-Rhythmus, in den oberen im Vier-Jahres-Rhythmus. Die Einstufung beim Berufsstart hängt von anrechenbaren Zeiten ab.

Kurzantwort: Grundschullehrer in Baden-Württemberg verdienen als Beamte nach A12 zwischen 4.654,11 und 5.901,07 Euro brutto im Monat.

A12-Tabelle Baden-Württemberg ab 1. April 2026

Stufe Grundgehalt A12 (brutto/Monat)
2 4.654,11 €
3 4.790,54 €
4 4.996,39 €
5 5.205,14 €
6 5.344,34 €
7 5.483,49 €
8 5.622,69 €
9 5.761,88 €
10 5.901,07 €

Zum Grundgehalt können Zuschläge kommen. Der Familienzuschlag steigt mit Ehe und Kindern. Die LBV-Tabelle führt zusätzlich eine Strukturzulage für den gehobenen Dienst in den Gruppen A10 bis A13 von 118,60 Euro auf. Ob und in welcher Höhe diese im Einzelfall gezahlt wird, zeigt die eigene Bezügemitteilung.

Was bleibt netto?

Beamte zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Das erhöht das Netto im Vergleich zu Angestellten deutlich. Dafür tragen sie ihre Krankenversicherung selbst. Die Beihilfe des Landes übernimmt einen Teil der Krankheitskosten, den Rest deckt meist eine private Krankenversicherung.

Das Portal lehrer-infoportal.com rechnet ein Beispiel vor. Aus A12 Stufe 3 mit 4.790,54 Euro brutto bleiben in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer und mit rund 200 Euro Beitrag zur privaten Krankenversicherung etwa 3.550 Euro netto. Das ist eine Schätzung. Kirchensteuer, Familienstand und die Höhe des Versicherungsbeitrags verschieben den Betrag spürbar.

Beispiel Brutto Netto (Schätzung)
A12 Stufe 3, Steuerklasse I, ohne Kirche 4.790,54 € ca. 3.550 €

Verheiratete in Steuerklasse III haben ein höheres Netto. Wer seine Steuerklasse wählen kann, findet Hinweise im Beitrag zu Steuerklassen und Ehegattensplitting.

Gehalt im Referendariat

Vor dem ersten Unterrichtsjahr steht in Baden-Württemberg der Vorbereitungsdienst. In dieser Zeit erhalten angehende Lehrkräfte Anwärterbezüge. Laut lehrer-infoportal.com liegen sie für das Eingangsamt A12 ab 1. April 2026 bei 1.753,53 Euro brutto im Monat. In Mangelfächern oder Mangelregionen kann ein Anwärtersonderzuschlag hinzukommen.

Angestellte Grundschullehrer

Nicht alle Lehrkräfte sind verbeamtet. Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt oder als Quereinsteiger kommt, wird nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt. Für Grundschullehrkräfte gilt meist Entgeltgruppe E11. Angestellte zahlen volle Sozialversicherungsbeiträge. Ihr Netto liegt daher bei gleichem Brutto deutlich unter dem von Beamten.

Jahresgehalt und Teilzeit

Aufs Jahr gerechnet ergibt A12 in Stufe 2 ein Grundgehalt von 55.849,32 Euro brutto. In Stufe 10 sind es 70.812,84 Euro. Zuschläge kommen jeweils hinzu. Viele Lehrkräfte an Grundschulen arbeiten in Teilzeit. Die Besoldung sinkt dann im selben Verhältnis wie das Deputat. Bei einer Dreiviertelstelle in Stufe 3 bleiben rund 3.592,91 Euro brutto im Monat. Weil die Steuerlast mit sinkendem Einkommen überproportional fällt, schrumpft das Netto weniger stark als das Brutto. Wer in Teilzeit geht, sollte außerdem bedenken, dass sich auch die spätere Pension verringert.

A12 oder A13: der Stand in Baden-Württemberg

Viele Bundesländer zahlen Grundschullehrkräften inzwischen A13. Brandenburg machte 2020 den Anfang, weitere Länder folgten. Baden-Württemberg gehört laut info-beihilfe.de mit Stand Mai 2026 zu den Nachzüglern. Grundschullehrkräfte werden dort weiterhin nach A12 bezahlt. Verbindliche Pläne für eine Umstellung gibt es bisher nicht.

Der Unterschied ist erheblich. In Stufe 3 bringt A13 laut LBV-Tabelle 5.332,12 Euro, A12 dagegen 4.790,54 Euro. Das sind 541,58 Euro brutto im Monat. In Stufe 10 liegt A13 bei 6.534,50 Euro und damit 633,43 Euro über A12.

Kurzantwort: Baden-Württemberg zahlt Grundschullehrern weiter A12. Mit A13 wären es in Stufe 3 rund 540 Euro brutto mehr im Monat.

Grundschullehrer-Gehalt im Vergleich

Mit A12 verdienen Grundschullehrer in BW mehr als viele Angestellte mit ähnlicher Ausbildung. Gegenüber Kollegen an Gymnasien, die nach A13 bezahlt werden, liegen sie aber zurück. Zum Vergleich mit anderen akademischen Berufen lohnt ein Blick auf das Gehalt von Architekten oder das Gehalt von Assistenzärzten. Ein Vorteil des Beamtenstatus bleibt die Sicherheit. Dazu kommen die Pension und die Beihilfe im Krankheitsfall.

Fazit

Grundschullehrer in Baden-Württemberg verdienen nach A12 zwischen 4.654,11 und 5.901,07 Euro brutto im Monat. Netto bleiben zu Beginn schätzungsweise rund 3.500 Euro. Im Ländervergleich liegt BW damit zurück, weil viele andere Länder bereits A13 zahlen.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Grundschullehrer in BW?

Als Beamter nach A12 zwischen 4.654,11 und 5.901,07 Euro brutto im Monat.

Bekommen Grundschullehrer in BW A13?

Nein. Stand 2026 gilt weiterhin A12.

Wie hoch ist das Netto eines Grundschullehrers?

Laut Beispielrechnung bei A12 Stufe 3 rund 3.550 Euro in Steuerklasse I. Das ist eine Schätzung.

Wann wurden die Gehälter zuletzt erhöht?

Zum 1. April 2026 um 2,82 Prozent.

Was verdienen Referendare an Grundschulen?

Rund 1.753,53 Euro brutto Anwärterbezüge im Monat.

Was verdienen angestellte Grundschullehrer?

Sie werden meist nach TV-L E11 bezahlt und zahlen volle Sozialabgaben.

Wie schnell steigt das Gehalt?

Über Erfahrungsstufen im Drei- und später Vier-Jahres-Rhythmus.

Gibt es Zuschläge für Kinder?

Ja. Der Familienzuschlag steigt mit Ehe und Kindern.

Müssen Beamte Rentenbeiträge zahlen?

Nein. Sie erhalten später eine Pension vom Land.

Wo steht die offizielle Besoldungstabelle?

Beim Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg.

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Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Maßgeblich sind die Bezügemitteilung und die Angaben des LBV.

Quellen

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