Was verdient ein notar: Fakten, Hintergründe und Tipps im Überblick

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Ein selbständiger Notar erzielt laut Branchenschätzungen ein Jahreseinkommen von im Schnitt rund 500.000 Euro brutto, netto nach Steuern und Betriebskosten bleiben schätzungsweise 250.000 Euro. Ein amtliches Einkommensregister gibt es dafür nicht, weil Notare statt eines Gehalts gesetzlich festgelegte Gebühren erhalten. Angestellte Notarassessoren und Notarfachkräfte verdienen dagegen deutlich weniger und dafür regelmäßig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Notare erhalten Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz, kein festes Gehalt.
  • Das geschätzte Jahreseinkommen liegt bei rund 500.000 Euro brutto, mit großen regionalen Unterschieden.
  • Notarassessoren erhalten während der Anwärterzeit Bezüge wie ein Richter auf Probe.
  • Zum 1. Januar 2026 zählte die Bundesnotarkammer 6.205 Notarinnen und Notare in Deutschland.

Warum Notare kein Gehalt bekommen

Notare sind freiberuflich tätig und erhalten für ihre Amtstätigkeit keine Bezahlung durch einen Arbeitgeber. Stattdessen berechnen sie Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz, kurz GNotKG. Diese Gebühren sind bundesweit einheitlich festgelegt und richten sich nach dem Geschäftswert des jeweiligen Vorgangs, etwa dem Kaufpreis einer Immobilie oder der Höhe eines Erbes.

Geschätztes Einkommen selbständiger Notare

Weil kein amtliches Register das tatsächliche Einkommen aller Notare erfasst, stammen die kursierenden Zahlen aus Branchenquellen und Umfragen. Demnach liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen bei etwa 500.000 Euro brutto, wovon nach Steuern, Sozialabgaben und Betriebskosten schätzungsweise 250.000 Euro netto übrig bleiben. Die Spanne reicht von deutlich niedrigeren Werten in strukturschwachen Regionen bis zu Einkommen über einer Million Euro in wirtschaftsstarken Großstädten.

Kurzantwort: Laut Branchenschätzungen verdient ein selbständiger Notar im Schnitt rund 500.000 Euro brutto im Jahr, ein amtliches Einkommensregister gibt es dafür allerdings nicht.

Regionale Unterschiede

Das Einkommen eines Notars hängt stark vom Standort ab. In Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt sorgen hohe Immobilienpreise und viele Unternehmenstransaktionen für hohe Geschäftswerte und damit hohe Gebühreneinnahmen. In ländlichen Regionen mit niedrigeren Immobilienpreisen, etwa in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, fallen die Einnahmen entsprechend geringer aus. Auch die Zahl der Notarstellen pro Einwohner beeinflusst, wie viele Aufträge auf eine einzelne Kanzlei entfallen. In manchen Bundesländern legt die Landesjustizverwaltung die Zahl der Notarstellen bewusst niedrig fest, um jeder Kanzlei ein ausreichendes Auftragsvolumen zu sichern.

Kostenstruktur einer Notarkanzlei

Vom Gebührenaufkommen einer Notarkanzlei gehen zunächst laufende Kosten ab, etwa für Personal, Miete, Versicherungen und die technische Ausstattung. Größere Kanzleien in Ballungsräumen beschäftigen oft mehrere Notarfachangestellte und zusätzliche Notarassessoren, was die Fixkosten erhöht, gleichzeitig aber auch höhere Fallzahlen ermöglicht. Erst nach Abzug dieser Kosten und der Steuern ergibt sich das tatsächliche persönliche Einkommen des Notars oder der Notarin.

Weg zum Notaramt

Der Weg zum Notaramt beginnt mit einem Jurastudium und zwei juristischen Staatsexamina, wie es auch für Richter und Rechtsanwälte üblich ist. Danach folgt die Notarassessorenzeit als Vorbereitungsdienst, die laut § 7 der Bundesnotarordnung mindestens drei Jahre dauert. Notarassessoren stehen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zum Staat und erhalten während dieser Zeit Bezüge wie ein Richter auf Probe. Erst nach einem Auswahlverfahren, das die fachliche und persönliche Eignung sowie die Examensnoten berücksichtigt, folgt die Bestellung zum Notar.

Kurzantwort: Notarassessoren erhalten während des Vorbereitungsdienstes Bezüge nach der Besoldungsgruppe R1, wie sie auch Richter auf Probe bekommen.

Notarfachangestellte im Vergleich

Wer im Notariat als Notarfachangestellte oder Notarfachangestellter arbeitet, erhält ein deutlich niedrigeres, dafür regelmäßiges Gehalt. Der Verdienst liegt im Schnitt bei etwa 3.100 bis 3.544 Euro brutto im Monat, abhängig von Bundesland und Berufserfahrung. Diese Fachkräfte übernehmen organisatorische und schreibende Aufgaben in der Kanzlei, tragen aber nicht das unternehmerische Risiko eines selbständigen Notars.

Struktur des Berufsstandes in Deutschland

Zum 1. Januar 2026 zählte die Bundesnotarkammer 6.205 Notarinnen und Notare in Deutschland. Davon üben 1.706 das Amt hauptberuflich aus, während 4.499 als Anwaltsnotarinnen und Anwaltsnotare zusätzlich als Rechtsanwalt tätig sind. Diese Doppelrolle ist vor allem in Regionen verbreitet, in denen die Zahl der reinen Notarstellen begrenzt ist, etwa in großen Teilen Westdeutschlands außerhalb der Ballungsräume.

Fazit

Wer nach dem Verdienst eines Notars fragt, muss zwischen der Gebührenordnung eines selbständigen Notars und dem Gehalt angestellter Fachkräfte unterscheiden. Während selbständige Notare je nach Standort ein sehr hohes, aber schwankendes Einkommen erzielen, verdienen Notarassessoren und Notarfachangestellte deutlich weniger, dafür regelmäßig und ohne unternehmerisches Risiko. Für eine verlässliche Karriereplanung lohnt sich deshalb ein genauer Blick darauf, welche Rolle im Notariat tatsächlich angestrebt wird.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Notar im Durchschnitt?

Laut Branchenschätzungen liegt das Jahreseinkommen bei rund 500.000 Euro brutto, ein amtliches Register dazu existiert nicht.

Warum bekommen Notare kein festes Gehalt?

Notare sind freiberuflich tätig und erhalten Gebühren nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz statt eines Gehalts.

Wie viel Netto bleibt einem Notar am Ende übrig?

Schätzungen gehen von rund 250.000 Euro netto im Jahr aus, nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und Betriebskosten.

Verdienen Notare in Großstädten mehr?

Ja, in Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt sind die Geschäftswerte und damit die Gebühreneinnahmen meist höher als in ländlichen Regionen.

Wie wird man Notar in Deutschland?

Nach dem Jurastudium mit zwei Staatsexamina folgt eine mindestens dreijährige Notarassessorenzeit, bevor die Bestellung zum Notar erfolgt.

Was verdient ein Notarassessor?

Notarassessoren erhalten während des Vorbereitungsdienstes Bezüge nach Besoldungsgruppe R1, wie sie auch Richter auf Probe bekommen.

Was verdient eine Notarfachangestellte?

Der Verdienst liegt im Schnitt bei etwa 3.100 bis 3.544 Euro brutto im Monat, abhängig von Bundesland und Erfahrung.

Wie viele Notare gibt es in Deutschland?

Zum 1. Januar 2026 zählte die Bundesnotarkammer 6.205 Notarinnen und Notare, davon 1.706 hauptberuflich.

Was ist ein Anwaltsnotar?

Ein Anwaltsnotar übt das Notaramt zusätzlich zur Tätigkeit als Rechtsanwalt aus, meist in Regionen mit begrenzter Zahl reiner Notarstellen.

Sind die Notargebühren überall in Deutschland gleich hoch?

Ja, die Gebührensätze im Gerichts- und Notarkostengesetz gelten bundesweit einheitlich und richten sich nach dem Geschäftswert.

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle steuerliche oder finanzielle Beratung.

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Quellen

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