Steuer-ID auf der Lohnabrechnung: Bedeutung und Fundstelle

Veröffentlicht am 27.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Auf fast jeder Lohnabrechnung in Deutschland steht eine elfstellige Zahl mit der Bezeichnung Steuer-ID oder Identifikationsnummer. Sie identifiziert einen Arbeitnehmer eindeutig gegenüber dem Finanzamt und bleibt ein Leben lang gleich. Ohne diese Nummer kann ein Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht korrekt berechnen und abführen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Steuer-ID hat elf Ziffern und ändert sich nie, auch nicht bei Umzug oder Heirat.
  • Das Bundeszentralamt für Steuern vergibt sie einmalig nach der Geburt oder beim Zuzug nach Deutschland.
  • Arbeitgeber rufen mit dieser Nummer die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ab.
  • Wer die Nummer verlegt hat, findet sie auf dem letzten Steuerbescheid oder fordert sie beim Bundeszentralamt für Steuern erneut an.

Was die Steuer-ID von der Steuernummer unterscheidet

Viele Beschäftigte verwechseln die Steuer-ID mit der Steuernummer. Beide Begriffe stehen für unterschiedliche Dinge. Die Steuer-ID, offiziell Identifikationsnummer genannt, ist elf Ziffern lang und bleibt einer Person das ganze Leben zugeordnet. Die Steuernummer dagegen vergibt das zuständige Finanzamt für die Bearbeitung von Steuererklärungen. Sie kann sich bei einem Umzug in einen anderen Finanzamtsbezirk ändern. Auf der Lohnabrechnung taucht in der Regel nur die Steuer-ID auf, weil sie für den bundesweit einheitlichen Datenabgleich zwischen Arbeitgebern und Finanzverwaltung gedacht ist.

Wo die Steuer-ID auf der Lohnabrechnung steht

Die genaue Position hängt vom verwendeten Lohnabrechnungsprogramm ab. Meist findet sich die Nummer im oberen Bereich der Abrechnung, nahe den persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Steuerklasse. Häufig steht sie unter der Bezeichnung „Steuer-ID“, „IdNr.“ oder „Identifikationsnummer“. Auf manchen Abrechnungen erscheint sie auch im unteren Bereich, direkt bei den Angaben zur Lohnsteuerberechnung.

Kurzantwort: Die Steuer-ID steht meist im oberen Bereich der Lohnabrechnung, direkt bei den persönlichen Angaben wie Name und Geburtsdatum.

Warum der Arbeitgeber die Steuer-ID braucht

Seit der Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, kurz ELStAM, ruft jeder Arbeitgeber die Steuerklasse, Kirchensteuerpflicht und Freibeträge eines Beschäftigten elektronisch beim Finanzamt ab. Grundlage dafür ist die Steuer-ID. Ohne diese Nummer kann der Arbeitgeber keinen Zugriff auf die aktuellen Abzugsmerkmale bekommen und muss den Lohn im schlechtesten Fall nach der ungünstigen Steuerklasse sechs versteuern. Neue Mitarbeitende sollten die Nummer deshalb möglichst am ersten Arbeitstag vorlegen.

Steuer-ID bei neuem Arbeitsverhältnis

Bei einem Jobwechsel bleibt die Steuer-ID unverändert. Der neue Arbeitgeber meldet sich mit dieser Nummer beim ELStAM-Verfahren an und erhält automatisch die gespeicherten Merkmale. Ein separater Antrag beim Finanzamt ist normalerweise nicht nötig. Wichtig ist nur, dass Name und Geburtsdatum korrekt übermittelt werden, denn Tippfehler führen häufig zu Verzögerungen beim Abruf.

Steuer-ID verloren: So kommt man wieder an die Nummer

Wer seine Steuer-ID nicht mehr findet, muss nicht lange suchen. Sie steht auf jedem Einkommensteuerbescheid und auf der Lohnsteuerbescheinigung des Vorjahres. Fehlen beide Dokumente, hilft das Bundeszentralamt für Steuern weiter. Über das Online-Formular auf der Behördenseite lässt sich die Nummer erneut anfordern. Aus Datenschutzgründen verschickt die Behörde die Steuer-ID ausschließlich per Post an die gemeldete Adresse, niemals per Telefon oder E-Mail. Wer umgezogen ist, sollte vorher die Meldeadresse beim Einwohnermeldeamt aktualisieren, sonst geht der Brief an die alte Anschrift.

Kurzantwort: Die Steuer-ID lässt sich beim Bundeszentralamt für Steuern erneut anfordern. Die Behörde verschickt sie ausschließlich per Brief an die gemeldete Adresse.

Steuer-ID für Kinder und neue Mitarbeitende

Auch Kinder erhalten die Steuer-ID automatisch kurz nach der Geburt durch eine Mitteilung des Bundeszentralamts für Steuern an die Meldebehörde. Diese Nummer wird später für Kindergeldanträge und die erste eigene Lohnabrechnung wichtig, etwa bei einem Ferienjob oder einer Ausbildung. Eltern bewahren den Brief mit der Nummer am besten dauerhaft auf, denn ein Neuantrag dauert erfahrungsgemäß mehrere Wochen. Bei Auszubildenden und Werkstudenten gilt dasselbe Prinzip wie bei jedem anderen Arbeitsverhältnis. Der Ausbildungsbetrieb meldet die Steuer-ID beim ELStAM-Verfahren an und erhält damit automatisch die passende Steuerklasse für die Berechnung der Lohnsteuer.

Steuer-ID bei mehreren Jobs gleichzeitig

Wer neben der Hauptbeschäftigung einen zweiten Job ausübt, braucht für beide Arbeitsverhältnisse dieselbe Steuer-ID. Der zweite Arbeitgeber meldet sich ebenfalls über ELStAM an, bekommt aber in der Regel die Steuerklasse sechs zugewiesen, weil die günstigeren Freibeträge bereits beim Hauptarbeitgeber verbraucht sind. Die höhere Abgabenlast aus dem Nebenjob gleicht sich meist erst über die spätere Einkommensteuererklärung wieder aus.

Fazit

Die Steuer-ID ist eine feste Größe im deutschen Steuersystem und taucht auf nahezu jeder Lohnabrechnung auf. Sie ersetzt keine Steuernummer, ist aber die Grundlage für den korrekten Lohnsteuerabzug über das ELStAM-Verfahren. Wer sie verliert, bekommt über das Bundeszentralamt für Steuern schnell Ersatz, muss dabei aber etwas Geduld für den Postweg einplanen.

FAQ – Häufige Fragen

Ist die Steuer-ID dasselbe wie die Steuernummer?

Nein. Die Steuer-ID bleibt lebenslang gleich, die Steuernummer kann sich bei einem Finanzamtswechsel ändern.

Wo finde ich meine Steuer-ID, wenn ich keine Lohnabrechnung habe?

Sie steht auf dem letzten Einkommensteuerbescheid oder lässt sich beim Bundeszentralamt für Steuern erneut anfordern.

Kann sich die Steuer-ID durch Heirat ändern?

Nein, die Nummer bleibt auch nach einer Heirat oder Namensänderung unverändert bestehen.

Braucht jeder Minijobber eine Steuer-ID?

Ja, auch bei geringfügiger Beschäftigung meldet der Arbeitgeber die Steuer-ID für das ELStAM-Verfahren an.

Was passiert ohne Angabe der Steuer-ID beim neuen Job?

Der Arbeitgeber kann die Abzugsmerkmale nicht abrufen und versteuert den Lohn dann häufig nach der ungünstigen Steuerklasse sechs.

Wie lange dauert die erneute Zustellung der Steuer-ID?

Nach Angaben des Bundeszentralamts für Steuern vergehen bis zum Erhalt des Briefs in der Regel mehrere Werktage bis wenige Wochen.

Bekommen auch Kinder eine eigene Steuer-ID?

Ja, sie wird nach der Geburt automatisch vergeben und später etwa für Kindergeld oder den ersten Ferienjob gebraucht.

Wer vergibt die Steuer-ID in Deutschland?

Zuständig ist ausschließlich das Bundeszentralamt für Steuern mit Sitz in Bonn.

Ändert sich die Steuer-ID bei einem Umzug ins Ausland und zurück?

Nein, die einmal vergebene Nummer bleibt bestehen und wird bei erneuter Anmeldung in Deutschland wieder verwendet.

Ist die Steuer-ID auf dem Personalausweis zu finden?

Nein, die Nummer steht nicht auf dem Personalausweis. Sie findet sich nur auf Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern und auf Steuerdokumenten wie dem Steuerbescheid.

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Dieser Text ersetzt keine steuerliche Beratung.

Quellen

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