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Stand: September 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Wer wissen will, was die Bundeskanzlerin verdient, findet die Antwort im Bundesministergesetz. Das gesetzliche Grundgehalt liegt bei 26.807,27 Euro brutto im Monat, tatsächlich gezahlt wurden zuletzt aber deutlich weniger. Seit Mai 2025 amtiert mit Friedrich Merz ein Kanzler, für ihn gelten dieselben Regeln wie zuvor für Angela Merkel.
Kurzantwort: Nach der gesetzlichen Formel sind es 26.807,27 Euro Grundgehalt im Monat, das entspricht 321.687,20 Euro im Jahr. Die tatsächlichen Amtsbezüge fallen niedriger aus, weil der Bundestag Erhöhungen mehrfach ausgesetzt hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Rechnerisches Grundgehalt: 26.807,27 Euro im Monat
- Amtsgehalt im April 2021: 19.121,82 Euro im Monat
- Dienstaufwandsentschädigung: 12.271 Euro im Jahr
- Nach dem Amt: Übergangsgeld bis zu zwei Jahre
Was verdient die Bundeskanzlerin nach dem Gesetz?
Grundlage ist § 11 des Bundesministergesetzes. Der Kanzler bekommt danach ein Amtsgehalt in Höhe von einzweidrittel des Grundgehalts der Besoldungsgruppe B 11. Bundesminister erhalten eineindrittel dieses Grundgehalts.
Seit dem 1. März 2024 beträgt das B-11-Grundgehalt 16.084,36 Euro. Die Rechnung dazu ist einfach: mit 5 multiplizieren, durch 3 teilen. Das ergibt 26.807,27 Euro im Monat und 321.687,20 Euro im Jahr. Wer stattdessen mit 1,66 rechnet, landet wegen der Rundung neben dem gesetzlichen Wert.
Tatsächliche Amtsbezüge: Warum die Zahl niedriger ausfällt
Die Formel beschreibt nur den Anspruch. Ein eigenes Gesetz über die Nichtanpassung von Amtsgehalt und Ortszuschlag der Bundesregierung kürzt den Betrag. Erhöhungen der Beamtenbesoldung kamen bei der Regierungsspitze deshalb nur teilweise an.
Das Bundesinnenministerium nannte für April 2021 diese Werte für die damalige Bundeskanzlerin:
| Bestandteil | Betrag |
|---|---|
| Amtsgehalt | 19.121,82 Euro pro Monat |
| Ortszuschlag | 1.200,71 Euro pro Monat |
| Dienstaufwandsentschädigung | 12.271 Euro pro Jahr |
| Summe Monatsbezüge (ohne Entschädigung) | 20.322,53 Euro |
Aktuelle Zahlen für 2026 veröffentlicht die Bundesregierung nicht in einer einzigen Tabelle. Wer den genauen Betrag braucht, rechnet mit der Formel und zieht die Kürzung nach dem Nichtanpassungsgesetz ab.
Zulagen: Ortszuschlag und Dienstaufwandsentschädigung
Zum Amtsgehalt kommen zwei feste Bausteine. Der Ortszuschlag beträgt eineindrittel des Zuschlags der Besoldungsgruppe B 11. Die Dienstaufwandsentschädigung gleicht Kosten aus, die im Amt entstehen, etwa für Empfänge oder Repräsentation.
Fahrten im Dienstwagen, Flüge mit der Flugbereitschaft und der Personenschutz zahlt der Bund aus dem Haushalt. Sie zählen nicht zum Einkommen. Private Nutzung bundeseigener Transportmittel stellt der Bund dagegen in Rechnung.
Kurzantwort: Zum Amtsgehalt zahlt der Bund einen Ortszuschlag und eine Dienstaufwandsentschädigung von zuletzt 12.271 Euro im Jahr. Dienstwagen und Personenschutz laufen über den Haushalt.
Kanzlergehalt im Vergleich zu Ministern und Abgeordneten
Der Kanzler steht in der Bundesregierung an der Spitze der Besoldung. Bundesminister liegen nach dem Gesetz bei einem Faktor von eins und einem Drittel. Das entspräche rechnerisch über 20.800 Euro im Monat, tatsächlich liegen die Amtsbezüge der Minister wegen der Kürzungen bei etwa 15.000 Euro.
Abgeordnete des Bundestags erhalten eine Entschädigung nach dem Abgeordnetengesetz, und diese liegt unter den Amtsbezügen des Regierungschefs. Ein Vergleich mit Ministern der Ampelzeit zeigt sich im Beitrag Christian Lindner Gehalt. Einen breiteren Blick auf Politikerfinanzen bietet der Text geschätztes Vermögen von Politikern.
Steuern, Sozialabgaben und Dienstwohnung
Der Kanzler versteuert seine Einkünfte wie andere Bürger. Er zahlt jedoch wie Beamte keine Beiträge zur Arbeitslosen- und zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das macht einen direkten Vergleich mit einem Angestelltengehalt schwierig, denn das Bruttoeinkommen enthält weniger Abzüge als üblich.
Die Miete der Dienstwohnung trägt der Kanzler selbst. Wer sich für Einkommen ohne Amt interessiert, findet in Hinzuverdienst bei der Rente die Regeln für Ruheständler in der gesetzlichen Rente. Für Regierungsmitglieder gelten eigene Anrechnungsvorschriften.
Übergangsgeld und Versorgung nach dem Amt
Endet die Amtszeit, endet auch das Amtsgehalt. Ein ehemaliges Regierungsmitglied erhält dann Übergangsgeld nach § 14 des Bundesministergesetzes. Es wird für so viele Monate gezahlt, wie das Amt bestand, mindestens sechs Monate und höchstens zwei Jahre.
- Die ersten drei Monate: Amtsgehalt und Ortszuschlag in voller Höhe
- Der Rest der Bezugsdauer: die Hälfte dieser Bezüge
- Ab dem zweiten Monat: Einkünfte aus privater Arbeit werden angerechnet
Später folgt eine Versorgung nach Erreichen der Altersgrenze. Ihre Höhe hängt von der Amtsdauer ab. Nach Angaben der Wikipedia setzt sie eine Mindestamtszeit von vier Jahren beim Kanzler voraus. Die Versorgung ersetzt die gesetzliche Rente nicht, weil der Kanzler nie in sie einzahlt.
Fazit
Die Frage, was die Bundeskanzlerin verdient, hat zwei Antworten. Die Formel im Gesetz ergibt 26.807,27 Euro Grundgehalt im Monat. Die gezahlten Amtsbezüge lagen zuletzt bei etwa 19.000 Euro zuzüglich Ortszuschlag und Entschädigung. Beide Zahlen stammen aus öffentlichen Quellen und erklären, warum in Medien verschiedene Beträge kursieren. Andere Berufe im öffentlichen Dienst zeigt die Übersicht Was verdient ein Hausarzt als Vergleich.
FAQ – Häufige Fragen
Was verdient die Bundeskanzlerin im Monat?
Rechnerisch stehen dem Regierungschef 26.807,27 Euro Grundgehalt im Monat zu. Tatsächlich lag das Amtsgehalt im April 2021 bei 19.121,82 Euro, weil Erhöhungen mehrfach ausgesetzt wurden.
Gibt es aktuell eine Bundeskanzlerin?
Seit dem 6. Mai 2025 regiert Friedrich Merz als Bundeskanzler. Die Bezüge hängen allein vom Amt ab, das Geschlecht spielt keine Rolle.
Wie hoch ist die Dienstaufwandsentschädigung?
Sie betrug laut Bundesinnenministerium 12.271 Euro im Jahr. Sie deckt Repräsentationskosten ab und kommt zum Amtsgehalt hinzu.
Zahlt der Regierungschef Steuern?
Ja. Die Einkünfte sind zu versteuern. Beiträge zur Arbeitslosen- und zur gesetzlichen Rentenversicherung fallen allerdings nicht an.
Verdient der Kanzler mehr als ein Minister?
Ja. Der Kanzler erhält den Faktor eins und zwei Drittel des B-11-Grundgehalts. Bundesminister bekommen den Faktor eins und ein Drittel.
Was ist das Übergangsgeld?
Nach dem Ausscheiden zahlt der Bund für höchstens zwei Jahre Übergangsgeld. Die ersten drei Monate gibt es Amtsgehalt und Ortszuschlag in voller Höhe, danach die Hälfte.
Bekommt ein Altkanzler eine Pension?
Ja. Nach Erreichen der Altersgrenze besteht Anspruch auf eine Versorgung. Die Höhe hängt von der Amtsdauer ab, außerdem gilt eine Mindestamtszeit.
Muss der Kanzler Miete für die Dienstwohnung zahlen?
Ja. Die Miete der Dienstwohnung und die private Nutzung bundeseigener Transportmittel stellt der Bund dem Kanzler in Rechnung.
Was bedeutet Besoldungsgruppe B 11?
B 11 ist eine Stufe der Bundesbesoldungsordnung B für Spitzenbeamte. Sie dient als Rechengrundlage für die Bezüge der Bundesregierung.
Hängt das Kanzlergehalt von der Amtszeit ab?
Das Amtsgehalt bleibt gleich, egal wie lange die Amtszeit dauert. Nur das Übergangsgeld und die spätere Versorgung richten sich nach der Amtsdauer.
Dieser Text ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für persönliche Fragen helfen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine.
Quellen
- Bundesministergesetz § 11 (gesetze-im-internet.de)
- Bundesministergesetz § 14 (gesetze-im-internet.de)
- Bundeskanzler (Deutschland) – Wikipedia
- Bundesminister (Deutschland) – Wikipedia
Geschrieben von Theresa Kuhn fuer vermögensatlas.de. Der Text ist keine Anlageberatung.
