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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Assistenzärzte an kommunalen Kliniken verdienen 2026 zwischen 5.722,05 Euro brutto im ersten Berufsjahr und 7.355,29 Euro ab dem sechsten Jahr. Das regelt der Tarifvertrag TV-Ärzte/VKA für eine 40-Stunden-Woche. Die Tabelle gilt vom 1. Juni bis 31. Dezember 2026. Bereitschaftsdienste, Nachtzuschläge und Überstunden kommen oben drauf. Schon 40 Stunden Bereitschaftsdienst bringen im ersten Jahr rund 1.474 Euro brutto extra.
Das Wichtigste in Kürze
- Einstieg an kommunalen Kliniken: 5.722,05 Euro brutto im Monat.
- Das Grundgehalt steigt jedes Jahr, bis 7.355,29 Euro ab dem sechsten Jahr.
- Die aktuelle Tabelle brachte zum 1. Juni 2026 ein Plus von 2,0 Prozent.
- Bereitschaftsdienst zahlt die Klinik extra, ab 36,86 Euro pro Stunde.
Assistenzärzte Gehalt nach TV-Ärzte/VKA 2026
Assistenzärzte stehen in der Entgeltgruppe Ä1. Sie steigen jedes Jahr eine Stufe auf. Maßgeblich sind die Jahre ärztlicher Tätigkeit. Die folgende Tabelle zeigt Monats- und Jahresbrutto. Der Jahreswert entspricht zwölf Monatsgehältern ohne Dienste und Zuschläge.
| Berufsjahr | Monat brutto | Jahr brutto (12 ×) |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 5.722,05 € | 68.664,60 € |
| 2. Jahr | 6.046,42 € | 72.557,04 € |
| 3. Jahr | 6.278,07 € | 75.336,84 € |
| 4. Jahr | 6.679,58 € | 80.154,96 € |
| 5. Jahr | 7.158,37 € | 85.900,44 € |
| ab 6. Jahr | 7.355,29 € | 88.263,48 € |
Vom ersten bis zum sechsten Jahr wächst das Grundgehalt um 1.633,24 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 29 Prozent.
Kurzantwort: Ein Assistenzarzt an einer kommunalen Klinik verdient 2026 im ersten Jahr 5.722,05 Euro brutto im Monat. Ab dem sechsten Jahr sind es 7.355,29 Euro.
Bereitschaftsdienste und Zuschläge
Das Grundgehalt bildet nur einen Teil des Einkommens. Die meisten Assistenzärzte leisten Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste. Die Stundensätze für Bereitschaftsdienst in Ä1 liegen 2026 so:
- Stufe 1 und 2: 36,86 Euro pro Stunde
- Stufe 3: 38,26 Euro pro Stunde
- Stufe 4 bis 6: 39,66 Euro pro Stunde
Ein Rechenbeispiel: 40 Stunden Bereitschaftsdienst im Monat bringen einer Ärztin im ersten Jahr rechnerisch 1.474,40 Euro brutto zusätzlich. Dazu kommen Zeitzuschläge auf die reguläre Arbeit:
| Anlass | Zuschlag |
|---|---|
| Überstunden | 15 % |
| Nachtarbeit | 20 % |
| Samstag 13 bis 20 Uhr | 20 % |
| Sonntag | 25 % |
| Feiertag mit Freizeitausgleich | 35 % |
| Feiertag ohne Freizeitausgleich | 135 % |
Der Jahresurlaub beträgt 31 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche. Mit Schicht- oder Nachtarbeit steigt er auf bis zu 37 Tage.
Was bleibt netto?
Das Netto hängt von Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuer und Kindern ab. Eine grobe Schätzung für das erste Berufsjahr in Steuerklasse I, kinderlos und gesetzlich versichert: Von 5.722,05 Euro brutto bleiben etwa 3.400 bis 3.500 Euro netto. Mit Kirchensteuer liegt der Wert eher am unteren Rand. Viele Ärzte zahlen statt in die gesetzliche Rentenversicherung in ein ärztliches Versorgungswerk. Der Beitragssatz ist ähnlich hoch.
Mit 40 Stunden Bereitschaftsdienst kommt eine Ärztin im ersten Jahr rechnerisch auf 7.196,45 Euro brutto im Monat. Wie viel Geld auf dem Konto als Wohlstand gilt, zeigt der Beitrag Ab wie viel Geld auf dem Konto ist man reich?
Kurzantwort: Im ersten Jahr bleiben in Steuerklasse I grob geschätzt 3.400 bis 3.500 Euro netto. Dienste und Zuschläge erhöhen den Betrag deutlich.
Vergleich: Facharzt, Oberarzt und Uniklinik
Nach der Weiterbildung wechselt der Arzt in die Gruppe Ä2. Die Weiterbildung dauert je nach Fach meist fünf bis sechs Jahre. Der Sprung ist spürbar:
| Gruppe | Einstieg | Höchste Stufe |
|---|---|---|
| Ä1 Assistenzarzt | 5.722,05 € | 7.355,29 € |
| Ä2 Facharzt | 7.552,19 € | 9.698,91 € (ab 13. Jahr) |
| Ä3 Oberarzt | 9.459,56 € | 10.810,95 € (ab 7. Jahr) |
| Ä4 ständige Vertretung des Chefarztes | 11.127,50 € | 11.922,95 € (ab 4. Jahr) |
An Universitätskliniken gilt ein eigener Vertrag, der TV-Ärzte/TdL. Er hat eine eigene Tabelle mit eigenen Terminen für Erhöhungen. Private Klinikketten zahlen nach Haustarifen. Diese handeln sie meist mit dem Marburger Bund aus. Wer Stellen vergleicht, prüft deshalb immer, welcher Tarif gilt.
So lässt sich das Gehalt als Assistenzarzt steigern
- Tarif prüfen: Kommunal, Uniklinik oder Haustarif machen einen Unterschied.
- Vorzeiten anrechnen lassen: Frühere ärztliche Tätigkeit zählt für die Stufe.
- Dienstmodell erfragen: Anzahl und Art der Dienste bestimmen einen großen Teil des Einkommens.
- Weiterbildung zügig abschließen: Der Wechsel nach Ä2 bringt am meisten.
- Gehaltsabrechnung kontrollieren: Stufenaufstiege und Zuschläge sollten pünktlich erscheinen.
Wann aus einem guten Einkommen echtes Vermögen wird, erklärt der Beitrag Ab welchem Vermögen ist man reich in Deutschland?
Fazit
Das Assistenzärzte Gehalt ist tariflich klar geregelt. An kommunalen Kliniken reicht es 2026 von 5.722,05 bis 7.355,29 Euro brutto im Monat. Dienste und Zuschläge heben das Einkommen spürbar an. Den größten Sprung bringt die Facharztanerkennung mit dem Wechsel nach Ä2.
FAQ – Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Assistenzarzt im ersten Jahr?
An kommunalen Kliniken 5.722,05 Euro brutto im Monat. Das gilt laut TV-Ärzte/VKA ab 1. Juni 2026.
Wie viel verdient ein Assistenzarzt netto?
Im ersten Jahr grob geschätzt 3.400 bis 3.500 Euro in Steuerklasse I. Dienste erhöhen den Betrag.
Wie oft steigt das Gehalt?
In der Gruppe Ä1 jedes Jahr um eine Stufe. Ab dem sechsten Jahr ist die Endstufe erreicht.
Wie hoch ist die Wochenarbeitszeit?
Der TV-Ärzte/VKA sieht 40 Stunden pro Woche vor. Dienste kommen häufig hinzu.
Was bringt eine Stunde Bereitschaftsdienst?
In Ä1 zwischen 36,86 und 39,66 Euro brutto. Der Satz hängt von der Stufe ab.
Wie hoch ist der Nachtzuschlag?
Er beträgt 20 Prozent. Für Sonntagsarbeit gibt es 25 Prozent.
Verdienen Assistenzärzte an Unikliniken mehr?
Dort gilt der TV-Ärzte/TdL mit eigener Tabelle. Die Beträge liegen in einer ähnlichen Größenordnung.
Wie viele Urlaubstage haben Assistenzärzte?
31 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche. Mit Schicht- oder Nachtarbeit sind bis zu 37 Tage möglich.
Wann wird man Facharzt?
Meist nach fünf bis sechs Jahren Weiterbildung und bestandener Prüfung. Danach gilt die Gruppe Ä2.
Wie viel verdient ein Facharzt zum Einstieg?
An kommunalen Kliniken 7.552,19 Euro brutto im Monat. Das sind 1.830,14 Euro mehr als in Ä1 Stufe 1.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine steuerliche oder finanzielle Beratung. Netto-Werte sind grobe Schätzungen und hängen von der persönlichen Situation ab.
Quellen
- tarifvertrag-online.de: Entgelttabelle TV-Ärzte/VKA 2026
- praktischArzt: TV-Ärzte VKA 2026
- oeffentlichen-dienst.de: Gehaltstabellen TV-Ärzte VKA
Von Andre Siebert, Redaktion vermögensatlas.de. Zahlen stammen aus amtlichen Statistiken mit Jahresangabe.
