Wie reich ist MrBeast? Geschäftsmodell und was belegt ist

Kurz gesagt: Zum Vermögen von MrBeast gibt es keine amtlichen Angaben. Sein Geschäftsmodell ist ungewöhnlich: Ein sehr großer Teil der Einnahmen fließt zurück in die Produktion neuer Videos. Hohe Umsätze bedeuten in diesem Fall gerade nicht hohe Gewinne.

Er hat mehrfach öffentlich gesagt, dass er praktisch alles reinvestiert. Genau das macht Vermögensschätzungen bei ihm besonders unzuverlässig.

Das Geschäftsmodell

Werbeeinnahmen. Die Videos erreichen hunderte Millionen Aufrufe. Bei dieser Reichweite kommen erhebliche Beträge zusammen – zugleich kosten die Produktionen Millionen.

Markenpartnerschaften. Für Unternehmen ist die Reichweite attraktiv; Integrationen in Videos sind ein wichtiger Posten.

Eigene Produkte. Die Süßwarenmarke Feastables ist der bekannteste Geschäftszweig. Ein Restaurantkonzept auf Lieferbasis wurde nach rechtlichen Auseinandersetzungen wieder eingestellt.

Streaming-Produktionen. Für Amazon produzierte er eine große Wettbewerbsshow – eine Form der Verwertung außerhalb der eigenen Kanäle.

Warum die Zahlen so weit auseinandergehen

Umsatz und Gewinn liegen bei ihm besonders weit auseinander. Wer aus Aufrufzahlen auf Vermögen hochrechnet, lässt Produktionskosten, Preisgelder, Personal und Steuern außer Acht.

Sein Unternehmen ist nicht börsennotiert. Es gibt keine Pflicht, Zahlen zu veröffentlichen – Angaben stammen aus Interviews, aus Berichten über Finanzierungsrunden und aus Gerichtsunterlagen.

Was aus Gerichtsverfahren bekannt wurde

Rund um das eingestellte Restaurantkonzept gab es einen Rechtsstreit mit dem Partnerunternehmen. In solchen Verfahren werden gelegentlich konkrete Zahlen aktenkundig – sie sind belastbarer als Schätzungen, zeigen aber immer nur einen Ausschnitt.

Wer MrBeast ist

Hinter dem Namen steht Jimmy Donaldson, geboren am 7. Mai 1998 in Wichita, Kansas. Er begann als Jugendlicher mit Videos und wurde ab etwa 2017 mit aufwendig produzierten Wettbewerben und Verschenkaktionen bekannt. Sein Hauptkanal gehört zu den meistabonnierten der Welt.

Charakteristisch ist das Verfahren, einen großen Teil der Einnahmen unmittelbar in noch aufwendigere Produktionen zu stecken. Das erzeugt Wachstum, bindet aber viel Kapital. Er selbst hat dieses Vorgehen mehrfach beschrieben.

Neben den Kanälen betreibt er mehrere Unternehmen, darunter eine Süßwarenmarke und ein Ernährungsprodukt. Diese Beteiligungen sind der eigentliche Vermögensbestandteil. Werbeerlöse allein erklären die kursierenden Zahlen nicht.

Woher die Einnahmen stammen

Die kleinste Rolle spielt in der Regel die Werbeausschüttung der Plattform selbst, weil sie pro Aufruf nur Bruchteile eines Cents beträgt. Deutlich mehr bringen direkte Markenpartnerschaften, bei denen Unternehmen ganze Produktionen finanzieren. Dazu kommen eigene Produkte.

Eigene Marken sind wirtschaftlich attraktiver, weil die Marge dort im Unternehmen bleibt. Gleichzeitig binden sie Kapital und tragen unternehmerisches Risiko. Genau hier entstehen sowohl hohe Bewertungen als auch Verluste.

Belastbar sind bei alldem nur veröffentlichte Zahlen aus Unternehmensunterlagen. Für Privatpersonen gibt es sie in der Regel nicht. Schätzungen bleiben deshalb Schätzungen.

Warum eine Bewertung kein Bankguthaben ist

Wenn ein Unternehmen bei einer Finanzierungsrunde mit einer bestimmten Summe bewertet wird, sagt das nichts über verfügbares Geld aus. Der Anteil der Gründerin oder des Gründers ist rechnerischer Wert, kein Zahlungsmittel. Er lässt sich erst bei einem Verkauf realisieren.

Bewertungen schwanken zudem stark mit dem Marktumfeld. Dieselbe Beteiligung kann innerhalb eines Jahres ein Vielfaches oder einen Bruchteil wert sein. Vermögensranglisten schreiben solche Werte dennoch fort.

Für Leserinnen und Leser bedeutet das: Eine Zahl ohne Stichtag und ohne Angabe, was genau bewertet wurde, ist nicht überprüfbar. Genau das ist bei den meisten kursierenden Angaben der Fall. Sie taugen nur als grobe Einordnung.

Was aus Gerichtsverfahren bekannt wurde

Einzelne Einblicke in die Geschäftszahlen entstanden durch Rechtsstreitigkeiten, etwa im Zusammenhang mit einer Restaurantmarke. In solchen Verfahren werden Unterlagen teilweise öffentlich. Sie betreffen aber immer nur einen Ausschnitt.

Aus derartigen Akten geht regelmäßig hervor, dass hohe Umsätze mit ebenso hohen Kosten einhergehen. Aufwendige Produktionen, Preisgelder und Personal binden erhebliche Mittel. Gewinn und Umsatz liegen deshalb weit auseinander.

Für die Frage nach dem Vermögen bedeutet das: Umsatzzahlen aus Medienberichten sind kein Maßstab. Entscheidend wäre der Gewinn nach Steuern und der Wert der Beteiligungen. Beides ist nicht öffentlich.

Warum Ranglisten auseinandergehen

Die bekannten Vermögensportale rechnen mit Annahmen zu Einnahmen, Ausgaben und Steuersätzen. Weil jede Seite andere Annahmen trifft, unterscheiden sich die Ergebnisse teils um ein Vielfaches. Quellen werden dabei selten genannt.

Häufig schreiben die Seiten voneinander ab, sodass eine einmal gesetzte Zahl über Jahre weiterwandert. Sie wirkt dadurch bestätigt, ohne je geprüft worden zu sein. Fachleute nennen das eine Zirkelquelle.

Verlässlich sind nur Angaben aus Unternehmensregistern, Gerichtsakten oder von den Beteiligten selbst. Für Privatvermögen gibt es diese Quellen in der Regel nicht. Daran ändert die Bekanntheit nichts.

Wie Plattformeinnahmen entstehen

Die Plattform behält von den Werbeerlösen einen Anteil und schüttet den Rest an die Kanäle aus. Wie viel pro tausend Abrufen ankommt, hängt stark vom Land der Zuschauer, vom Thema und von der Jahreszeit ab. Die Spanne reicht von wenigen Cent bis zu mehreren Euro.

Deshalb sagen Abrufzahlen allein nichts über Einnahmen. Zwei Kanäle mit gleicher Reichweite können sehr unterschiedliche Beträge erzielen. Diese Größe wird in Berichten regelmäßig unterschlagen.

Hinzu kommt, dass Produktionskosten in dieser Größenordnung erheblich sind. Preisgelder, Technik, Personal und Genehmigungen fallen vor jeder Ausschüttung an. Der Ertrag bleibt entsprechend kleiner als der Umsatz.

Was für Leserinnen und Leser bleibt

Eine belastbare Vermögenszahl gibt es nicht, und die kursierenden Angaben stammen aus Modellrechnungen ohne Quellenangabe. Wer sie liest, sollte sie als grobe Einordnung behandeln. Mehr geben sie nicht her.

Interessanter als die Zahl ist das Geschäftsmodell dahinter: Reichweite wird in eigene Marken übersetzt, weil dort die Marge bleibt. Dieses Muster findet sich bei vielen erfolgreichen Kanälen. Es lässt sich nachvollziehen, ohne eine Summe zu kennen.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man mit einem Video mit 100 Millionen Aufrufen?

Das hängt vom Land der Zuschauer, vom Thema und vom Anzeigenmarkt ab. Pauschale Angaben pro tausend Aufrufe sind grobe Näherungen.

Behält er die Einnahmen?

Nach eigenen Angaben fließt der überwiegende Teil in neue Produktionen.

Gibt es offizielle Vermögenszahlen?

Nein. Sein Unternehmen ist nicht börsennotiert.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion vermögensatlas.de — sie schreibt hier über Vermögen, Einkommen und Zahlen dahinter.


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