Wie ist Elon Musk reich geworden? Die Stationen im Überblick

Kurz gesagt: Elon Musks Vermögen entstand über vier Stationen: den Verkauf von Zip2 (1999), den Verkauf von X.com/PayPal an eBay (2002), seine frühe Beteiligung an Tesla und die Anteile an SpaceX. Es besteht fast vollständig aus Unternehmensanteilen, nicht aus Gehalt.

Zwei Firmenverkäufe lieferten das Startkapital. Der Rest ist Kursentwicklung.

Zip2 – der erste Verkauf

1995 gründete Musk mit seinem Bruder Kimbal das Unternehmen Zip2, das Stadtinformationen und Branchenverzeichnisse für Zeitungen ins Netz brachte.

1999 kaufte Compaq das Unternehmen. Musk erhielt aus dem Verkauf einen zweistelligen Millionenbetrag – die Grundlage für alles Weitere.

X.com und PayPal

Noch 1999 gründete er den Online-Finanzdienst X.com. Das Unternehmen fusionierte mit einem Wettbewerber; daraus wurde PayPal.

2002 übernahm eBay PayPal. Musks Anteil brachte ihm einen dreistelligen Millionenbetrag ein. Anders als oft dargestellt hat er PayPal nicht allein gegründet – die Fusion war entscheidend.

Das Geld investierte er anschließend in zwei Unternehmen, die damals als aussichtslos galten.

SpaceX

2002 gegründet, mit dem Ziel, die Kosten für Raumtransporte zu senken. Die ersten drei Starts scheiterten; das Unternehmen stand nach eigenen Angaben kurz vor dem Aus.

Der vierte Start 2008 gelang, kurz darauf folgte ein Versorgungsvertrag mit der NASA. SpaceX ist bis heute nicht börsennotiert – sein Wert beruht auf Finanzierungsrunden und ist damit eine Schätzung.

Tesla

Musk stieg 2004 als Investor ein, wurde Vorstandsvorsitzender und ist seit Jahren das Gesicht des Unternehmens. Gegründet wurde Tesla 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning; Musk erhielt später per Vergleich das Recht, sich Mitgründer zu nennen.

Der Börsengang folgte 2010. Die Kursentwicklung der Jahre danach machte den größten Teil seines heutigen Vermögens aus.

Warum Gehalt keine Rolle spielt

Musk bezog bei Tesla über Jahre kein reguläres Gehalt, sondern ein an Kurs- und Betriebsziele gebundenes Aktienpaket. Das ist der Kern des Modells: Vermögen entsteht aus Anteilen, nicht aus Lohn.

Für Ausgaben werden solche Anteile häufig beliehen statt verkauft – Kredite lösen keine Steuer aus.

Weitere Beteiligungen

2022 übernahm er den Kurznachrichtendienst Twitter, der später in X umbenannt wurde. Dazu kommen Beteiligungen an Neuralink und The Boring Company.

Warum Anteile keine Barmittel sind

Der weitaus größte Teil solcher Vermögen besteht aus Unternehmensanteilen, nicht aus Guthaben. Diese Anteile lassen sich nur durch Verkauf in Geld verwandeln, und ein großer Verkauf drückt regelmäßig den Kurs. Deshalb schwanken Vermögensangaben mit dem Börsenkurs.

Üblich ist stattdessen die Beleihung: Anteile dienen als Sicherheit für Kredite, aus denen laufende Ausgaben bestritten werden. Ein Verkauf und damit eine Steuerpflicht entfällt zunächst. Bei fallenden Kursen kann die Bank allerdings Nachschuss verlangen.

Genau daraus erklärt sich, warum Vermögenslisten binnen Wochen um Milliardenbeträge schwanken. Die zugrunde liegenden Anteile haben sich nicht verändert. Nur ihre Bewertung hat es.

Wie Beteiligungen bewertet werden

Bei börsennotierten Unternehmen ergibt sich der Wert aus Kurs mal Stückzahl und ist damit nachprüfbar. Bei nicht börsennotierten Beteiligungen stützt man sich auf die letzte Finanzierungsrunde. Diese Bewertung ist eine Momentaufnahme.

Verändert sich das Marktumfeld, kann derselbe Anteil deutlich weniger wert sein, ohne dass eine neue Runde stattfindet. Vermögenslisten schreiben den alten Wert dann fort. Genau daraus entstehen große Unterschiede zwischen Quellen.

Belastbar sind nur Angaben mit Stichtag, Bewertungsgrundlage und Quelle. Fehlt eines davon, ist die Zahl nicht überprüfbar. Für die meisten Rangliste gilt das.

Was aus Pflichtveröffentlichungen hervorgeht

Bei börsennotierten Unternehmen in den Vereinigten Staaten müssen Anteile von Vorständen und Großaktionären der Börsenaufsicht gemeldet werden. Diese Meldungen sind öffentlich einsehbar und enthalten Stückzahlen, Käufe und Verkäufe. Damit lässt sich der Anteil an einem Unternehmen nachvollziehen.

Ebenso öffentlich sind Vergütungsberichte, aus denen Gehälter und Aktienpakete hervorgehen. Sie erscheinen jährlich in den Unterlagen zur Hauptversammlung. Diese Quellen sind die einzigen belastbaren.

Nicht öffentlich sind Privatvermögen, Immobilien und Kredite. Deshalb enden nachprüfbare Angaben bei den Beteiligungen. Alles Weitere ist Schätzung.

Was Ranglisten daraus machen

Die bekannten Vermögenslisten kombinieren gemeldete Anteile mit Tageskursen und schätzen den Rest. Für nicht börsennotierte Beteiligungen nutzen sie die letzte Finanzierungsrunde. Steuern und Kredite werden pauschal abgezogen.

Weil jede Liste andere Annahmen trifft, unterscheiden sich die Ergebnisse teils erheblich. Ein Vergleich mehrerer Listen zeigt das sofort. Als exakte Zahl taugt keine davon.

Wie Gründungen finanziert werden

Junge Unternehmen sammeln Kapital in Runden ein, bei denen Investoren Anteile gegen Geld erhalten. Mit jeder Runde sinkt der prozentuale Anteil der Gründer, während der Gesamtwert steigen kann. Diese Verwässerung ist der übliche Preis für Wachstum.

Erst ein Verkauf oder ein Börsengang macht aus Anteilen Geld. Bis dahin ist der Wert eine Bewertung auf dem Papier. Genau deshalb sind frühe Verkäufe so bedeutsam für spätere Gründungen.

Der Erlös aus einem ersten Verkauf finanziert häufig die nächste Gründung. Dieses Muster ist im Silicon Valley verbreitet. Es erklärt, warum Serienunternehmer dort gehäuft auftreten.

Warum Gehalt kaum eine Rolle spielt

Führungskräfte großer Technologieunternehmen beziehen häufig ein symbolisches Grundgehalt und werden stattdessen in Aktienoptionen vergütet. Diese Optionen werden erst bei Erreichen bestimmter Ziele wirksam. Dadurch hängt die Vergütung am Kursverlauf.

Solche Programme sind in den Vergütungsberichten offengelegt und werden von den Aktionären beschlossen. Bei Tesla war ein solches Paket mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren. Die Unterlagen dazu sind öffentlich.

Häufige Fragen

Hat Elon Musk PayPal gegründet?

Er gründete X.com, das mit einem Wettbewerber zu PayPal verschmolz.

Hat er Tesla gegründet?

Nein, er stieg 2004 als Investor ein. Den Titel Mitgründer darf er nach einem Vergleich führen.

Woher kam das Startkapital?

Aus dem Verkauf von Zip2 und aus dem Verkauf von PayPal an eBay.

Wie hoch ist sein Vermögen?

Es besteht aus Unternehmensanteilen und schwankt mit deren Kursen. Tagesaktuelle Schätzungen führen Forbes und Bloomberg.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion vermögensatlas.de — sie schreibt hier über Vermögen, Einkommen und Zahlen dahinter.


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